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Panik

Ich kann kaum tippen so sehr zittere ich. Ich könnte mich da jetzt noch ein bisschen reinsteigern, aber das schrieben scheint zu helfen. 

Es ist so unglaublich albern. Alles was ich getan habe war, mich über eine psychologische Beratung zu informieren, um mein Studium doch noch zu beenden. Das ist schon immer ein großes Thema für mich. Was mich hemmt weiß ich nicht und ich kann es auch nicht erklären. Ich weiß nur, dass ich jetzt am Küchentisch sitze und Herzrasen habe. Am liebsten würde ich mich sofort unter der Bettdecke verstecken. Das ist doch alles Blödsinn. Es kann doch nicht so schwer sein diesen verdammten Abschluss zu machen. Heimlich wünsche ich mir die Frist verpasst zu haben, so dass ich eh nichts mehr unternehmen kann. Eine erwachsene Frau und Mutter von zwei Kindern und dann sowas. Ganz großartig. 

das Neujahrsfoto

Ich freue mich sehr darüber, dass wir es auch dieses Jahr geschafft haben, ein Neujahrsfoto zu machen. Jedes Jahr am 1.1. machen wir ein Foto von uns, wie wir eben so aussehen am Neujahrsmorgen. Die Söhne wurden bestochen, der Ehemann umschmeichelt und ich hab bekommen, was ich wollte. War doch ganz einfach. (Hahahaha!) Das ist unser sechstes Mal und wohl das Foto, was am besten vorbereitet wurde. Schon am Vortag hat der Ehemann die Lichtverhältnisse geprüft und Experten zu Rate gezogen. 

Jetzt sitze ich und schreibe Neujahrspostkarten an Freunde, Verwandte und alle die sich darüber freuen, während die Söhne nebenan bei der Logo- oder Ergotherapeutin sind. Möchtest du auch eine Karte? Dann hinterlasse doch einfach einen Kommentar und schicke mir deine Adresse an frau ät niepi.org!

Von Wien nach Berlin - August 2014

Der August war einfach nur kalt und grau. Wir waren zwar weiterhin unterwegs uns die Stadt anschauen, aber die Sonne war weg und irgendwie auch unsere Lust auf Entdeckungstouren zu gehen. Wir blieben mehr zu Hause und gingen uns schlicht auf die Nerven. Nach vier Wochen sehnten wir uns einfach nach einem geregelten Alltag. 

Schon in Wien hatte ich mich bei den Kindergärten in der Nähe unserer neuen Wohnung gemeldet. Einer hatte noch einen einzigen Platz frei und nach einem sehr guten und langen Gespräch mit der Leiterin bekamen wir die schriftliche Zusage für Anfang August. S2 war schon anzumerken, dass er Kinder um sich herum vermisste. Egal wo wir auf eine Kindergartengruppe trafen, er wäre am liebsten sofort mitgegangen. Ich war ehrlich froh, als es endlich mit der Eingewöhnung losgehen sollte. Wenigstens EIN ausgelastetes Kind.

Um noch kurz die Details für den ersten Tag zu erfahren, ging ich mit beiden Söhnen nach einem Ausflug spontan in den Kindergarten. Während die Jungs mit den Kindern spielten, unterhielt ich mich kurz mit den Betreuerinnen über unsere Situation gerade nach dem Umzug. Ich sprach darüber, dass S2 gern auf Entdeckungstouren geht und dabei scheinbar wenig Angst verspürt ohne uns Eltern zu sein. Den Weg findet er erstaunlicher Weise problemlos zurück, was mich fasziniert, aber gleichzeitig auch vor eine Menge Probleme stellt. Ohhhh! Grober Fehler, denn plötzlich wußte niemand mehr von der Eingewöhnung und die Leiterin rief mich später entrüstet und absolut unberechtigt besorgt an, wie ich mir das denn vorgestellt hätte. So einfach würde sie so ein Kind nicht aufnehmen, sie bräuchte nun doch nochmal ein klärendes Gespräch mit uns und von einer Zusage wäre sowieso nie die Rede gewesen. Wenn überhaupt soll von einem Probemonat gesprochen worden sein, denn ein Kind wie S2 hätte sie in Ihrer Laufbahn noch nie gehabt.

Ich kam mir albern vor und auch irgendwie kontrolliert. Die Leiterin des Kindergartens hatte S2 noch nie gesehen, die Betreuerinnen genau 5 Minuten und nun sollten wir Eltern einen Rechenschaftsbericht ablegen, damit unser Kind den bereits zugesagten Platz bekam? Gleichzeitig sah ich mich noch einen weiteren Monat, mit beiden zu hause zu sein und, das erzeugte ein klein wenig Panik in mir. Nach einem Coaching durch meine Lieblingscousine gingen wir also zu dem Gespräch. Ein riesiges Fass wurde aufgemacht. Man erzählte uns wie schockiert sie gewesen seien nach unserem Besuch und wir wurden zu all unseren erzieherischen Leistungen und Ansichten befragt. Ich biss mir ein weiteres Mal in den Arsch dafür, ein gutes Verhältnis zu den Betreuerinnen gehabt haben zu wollen, spielte aber brav mit. 

Das hätte ich mir sparen können. Eine Woche später teilte man uns mit, dass unser Fall im Kreise aller Betreuerinnen besprochen worden sei und sie beschlossen hätten, S2 wäre ein zu großes Risiko für die Einrichtung. Sie, die ihn genau 5 Minuten gesehen hatten, meinten er bräuchte noch ein paar Monate, um in der Stadt anzukommen und der Kindergarten würde ihm dabei zu viel Stress bereiten.

Nun kam ich mir so richtig verarscht vor. Ich ging zum Jugendamt und schilderte den Fall. Natürlich war mir klar, dass auch das Amt mir den Platz in der privaten Einrichtung nicht wiedergeben kann, aber eine offizielle Beschwerde fand ich wichtig. Ausserdem hatten wir uns um keinen anderen Kindergarten mehr bemüht, seit der Zusage im Juli und wir brauchten Hilfe. Das Amt war großartig und wir hatten schon am nächsten Tag ein Gespräch in einer anderen Einrichtung. Ich hielt dort den Mund und S2 ist seitdem ein glückliches und völlig unauffälliges Kindergartenkind. 

Kurze Zeit später lernte ich unsere sehr netten, neuen Nachbarn kennen, ein junges Paar mit einer  vierjährigen Tochter. Sie waren eine Monat nach uns eingezogen und irgendwann beim grillen kamen wir auf die Kindergärten in Adlershof zu sprechen. Ich war nicht groß erstaunt als sie erzählten, dass sie in "dem" Kindergarten den letzten Platz bekommen hatten. Die Leiterin hat sich beim Amt für sie eingesetzt, denn schließlich bräuchte ein Kind nach so einem Umzug am schnellsten Anschluss an andere Kinder und der Kindergarten wäre das beste, um sich an die neue Stadt zu gewöhnen. 



Ferienende

Wegen mir hätten die Ferien noch ein paar Wochen länger gehen können. Wir hatten uns gerade erst richtig eingespielt und schon sind wir wieder im Alltagstrott zwischen Job, Schule, Kindergarten, Logopädie- und Ergotherapieterminen gefangen. Jetzt habe ich das Gefühl zu nichts zu kommen, weil mein Tag von Abläufen bestimmt ist, die ich nicht ändern kann. Davon, dass die Söhne in den Ferien auf einmal bis um 8 Uhr und länger statt 5:37 Uhr schliefen, brauche ich wohl gar nicht zu reden. 

Von Wien nach Berlin - Juli 2014

Der 1. Juli war Umzugstag. Noch schnell am Morgen ein letztes Foto von uns allen in unserer Wohnung gemacht und dann auf zum Bahnhof. Gerade dieser Bahnhof wird mir wohl ewig in Erinnerung bleiben, schlug doch S2 vor langer Zeit dort eine Minute vor Einfahrt des Zuges S1 einen Schneidezahn aus. Blut, Geschrei und leichte Panik, aber wir stiegen damals trotzdem ein. Was sollten wir auch tun? Der Zahn war ja schließlich schon draußen.

Jetzt also ein letztes Mal auf dem Gleis. Erinnerungen an all die Fahrten und auch deren Rückkehr kommen hoch. Liebe Freunde verabschiedeten uns direkt am Bahnsteig. Die Jungs sind aufgeregt, ich melancholisch. Das war es also nun, unser Leben in Wien. Ba Ba wie man so sagt. Eine kurze Floskel. Die letzten sieben Jahre fühlen sich genauso an. 

In Berlin erwarten uns die Großeltern und nehmen die Söhne gleich mit in den Urlaub. Ich trinke Kaffee, wandere ein wenig durch meine alte und neue Heimat und warte auf den Ehemann, der mit dem Flieger nach kommt. Unser erster Anlaufpunkt ist unerklärlicher Weise der Fernsehturm. 

Nachdem der Ehemann und ich den Umzug hinter uns hatten, machten wir uns mit den Söhnen auf, die neue Gegend zu erkunden. Ich glaube wir waren einfach überall. Wir kauften mit sechs Jahren Verspätung einen Fahrradanhänger und ich fuhr alle Strecken mit dem Rad. Nach Köpenick mit seiner Altstadt brauchen wir nur 10 Minuten, ins FEZ 20 und um uns herum ist Wald und Wasser. Ich bin am Wasser aufgewachsen und es gibt neben dem Wald nichts, was mich mehr zur Ruhe bringt. Genau deshalb habe ich diese Wohnung damals, als sie gerade mal im Rohbau ohne Innenwände zu sehen war ausgewählt. Ein Glücksgriff für uns, denn sie hat 5 Zimmer und einen Garten. Die Schule ist zwei Häuser weiter und der Schulhof grenzt an unseren Garten. Ich komme mir vor wie auf dem Dorf. Klar wohnen wir nun ein Stück weiter draußen, aber das ist genau was ich mir gewünscht hatte.

Die Kinder finden das Chaos großartig und es stört niemanden, dass wir keine Küche haben. Mit Hilfe unserer Familien räumen wir die Zimmer ein und wieder um. Bauen auf und wieder ab, bis alles einigermaßen passt. Auf unseren Streifzügen durch die Gegend sammeln wir Brombeeren und grillen einfach jeden Abend. Der Juli ist unglaublich heiß und wir sind sicher alle zwei Tage im Freibad oder auf einem Wasserspielplatz. Zusätzlich stellen die Nachbarn einen Pool auf, den die Jungs kapern. Abends bleiben wir so lange draußen, bis die Fledermäuse über unsere Köpfen zischen. Der Juli war einfach herrlich. 

Von Wien nach Berlin - Juni 2014

Ein halbes Jahr lang herrschte hier Ausnahmezustand. Wir wussten alle nicht so recht, was dieses neue Leben in Berlin nun bedeuten sollte. Die Söhne verstanden es wohl am wenigsten. Für sie muss es wie Urlaub in einer Ferienwohnung gewesen sein. Völlig unverständlich, dass die Großeltern, die wir vorher nur alle paar Monate trafen, auf einmal ganz kurz für nur einen Tag bei uns waren und dann keine Woche später wir für länger bei ihnen. Wo waren die 10 Stunden Zugfahrt hin? Wo ihr gemeinsames Zimmer, ihre Freunde und der alltägliche, bekannte Ablauf? 

Ich versuche noch immer das letzte halbe Jahr in Worte zu fassen. Es ist viel und laut und bunt gewesen. Manchmal war es uns allen zu viel, so dass es gewaltig knallte. Vielleicht bin ich ein bisschen naiv an das ganze Vorhaben rangegangen. Jetzt nach über sechs Monaten scheine ich die Muße zu haben, darüber schreiben zu können. Da die erste Fassung unendlich lang war, versuche ich alles nach Monaten sortiert aufzuarbeiten. 

Der Juni war bittersüß. Das letztes Konzert mit meinen Chor stand an und der Ehemann baute mit den Söhnen die neue Wohnung aus Lego. Wir feierten überall Abschiede von Freunden, Bekannten, Kindergarten und Arbeit. Sämtliche Spielplätze und Parks wurden noch einmal besucht und das Packen begann. Kisten über Kisten wurden gestapelt. Insgesamt ein unwirklicher Monat. Ständig kam mir in den Sinn, dass ich heute vielleicht zum letzten Mal diese eine Straße entlang gehen würde. Am letzten Tag halfen uns Freunde die restlichen Sachen noch irgendwo unterzukriegen und ich war heilfroh (Zuerst aus Versehen heulfroh geschrieben. Was für ein schönes und so logisches Wort.) über ihre Hilfe und, dass ich mit den Söhnen am nächsten Tag im Zug sitzen würde, während der Ehemann den Umzug schmeißen musste. 

7 Jahre Wien

Ich lebte 10 Jahre in Berlin, bevor wir nach Wien zogen. Meine kompletten 30-er Jahre verbrachte ich damit, mich in der Stadt über Wasser zu halten. Ich zog, wie es für Berliner Studierende üblich ist, alle 2 Jahre um. Hatte etliche Jobs, wohnte mit einer großartigen Frau zusammen, traf den Ehemann und studierte nebenbei. Berlin ist eine coole Sau und ich hatte viel Spaß, aber irgendwie blieb immer das Gefühl als wäre ich dort nicht richtig. 

Wir zogen nach Wien und ich wurde Mutter zweier Söhne. Das ging schneller als erwartet und schon steckte ich wieder in einem Leben, dass mich komplett überrollte. Ich war mir immer sicher Kinder zu wollen, aber die Zeiten mit ihnen waren manchmal so unglaublich schwer und ich viel zu hart zu mir, dass ich sehr oft an unserer Entscheidung, Eltern zu werden zweifelte. Alle wussten und konnten es besser als ich. Waren reflektiert und die Ruhe in Person. Es gab diesen Moment vor zwei Jahren, wo ich wußte ich brauchte Hilfe. Auch mit jemandem an meiner Seite fühlte ich mich allein und hilflos. Das machte mir so viel Angst, dass ich immer ungerechter wurde und irgendwann die Kinder darunter litten. Niemand spricht oder schreibt darüber wie es ist, wenn man die Beherrschung verliert. Wenn das Kind einen über den Abgrund schubst und man sich nicht mehr zu helfen weiss, als das Kind zu schlagen, das man für Schuld an allem hält. Die Scham sich selbst und dem Kind gegenüber ist unermesslich.

Zwei Mal die Woche traf ich SIE, um mich besser zu verstehen. Ich sprach viel mit IHR, ich weinte viel. Oft ging ich völlig aufgewühlt und verwirrt aus der Sitzung. Später dann aber beschwingt und entspannt. Ich glaube nicht, dass jetzt alles geklärt ist und ich nie wieder Probleme haben werde, aber es hat gut getan, alles bei jemandem abzuladen, der nicht wertet und auch nicht alles besser weiss. 

Heute morgen ging ich mit S1, der fest meine Hand hielt während er mir begeistert von Zombies erzählte, durch unser Viertel zu Freunden. Vorbei an IHREM Haus. Bei jedem Schritt wurde ich trauriger und sentimentaler. Ich war selten so stolz, eine und besonders seine Mutter zu sein. Inzwischen ist mir klar geworden, dass mich die Söhne zu einer tollen Frau und Mutter gemacht haben. Ich verdanke ihnen viele unendliche tiefe Erfahrungen, denen ich mich niemals hätte stellen können, wären sie durch andere Menschen entstanden. 

Bei den Freunden angekommen, muss ich als erstes weinen. Die ganzen letzten Wochen nahm ich halb traurig, halb aufgeregt Abschied von allem und jedem, aber heute auf diesem Weg durch unser Viertel, mit S1 an der Hand, vorbei an IHREM Haus wurde mir wirklich klar, was wir vorhaben. Der 29. Juni 2014 ist unser letzter Sonntag hier im 5. Bezirk. Am 1. Juli verlassen wir nach 7 Jahren Wien und ziehen als Eltern zurück in die Stadt, die wir als Studenten verließen. Vielleicht passe ich jetzt eben besser nach Berlin. 

p.enis, popel, pups oder das leben mit söhnen

sie haben keine scham. das wußte ich nicht. als mädchen wird man dazu angehalten sich nicht offen zu präsentieren und wächst mit anleitungen auf, wohin die unterwäsche beim entkleiden gelegt wird. immer schön zwischen hose und shirt. ich kann mich nicht erinnern als kind je gepupst zu haben. schon das wort! pupsen! viel niedlicher als furzen. mein vater pupste mal als ich mit ihm unterwegs war. "aber papa!" sagte ich vorwurfsvoll und kicherte dabei unsicher. "was raus muss, muss raus." sagte er lachend und ich behielt diesen moment für immer im gedächtnis. 

die söhne gehen mit allem, was ihren körper verlässt um, als wäre es ein wichtiges teil von ihnen und dieses kann nicht ohne bewunderung gehen gelassen werden. alles schön und gut und normal, aber die bewunderung wollen sie auch von mir. ich werde also stets lauthals zur toilette gebeten, damit mir ausführlich und begeistert erklärt werden kann, dass dieses mal eine pistole, eine schnecke oder ein vulkan von ihnen produziert wurde. dann schauen sie mich erwartungsvoll an. ich soll sie loben. hmmm, nun ja.

genauso verhält es sich mit popeln. je größer desto länger muss er bestaunt werden, um dann, wenn sie denken ich sehe es nicht, zack im mund zu verschwinden. bläääähhhhhhh, bläääähhh und noch 10 mal blääähhhhh. das ist mir ein absolutes rätsel und wird definitiv weiter bekämpft. 

zur zeit bin ich auch gut damit beschäftigt den jungs einzubläuen ihren p.enis für sich zu behalten. nachschauen, ob er noch da ist (überraschung!), lasse ich nur zu hause gelten. ebenso das protzen damit, was das wunderding alles kann. ich weiß, es ist in ihren augen noch verschwendung, wenn das nicht jeder zu sehen bekommt, aber später wird man mir ganz sicher dankbar sein. 

über alles

sie empfiehlt mir zu schreiben. jeden morgen 2 stunden am stück am besten. "aber worüber?" frage ich sie und sie antwortet "über alles". 

ich probiere es. setze mich jeden morgen nach aufreibenden Momenten mit den söhnen und dem ehemann an den tisch und tippe drauf los. dass ich müllautos höre und deshalb das lied im radio nicht mehr verstehe. dass ich zum ersten mal stolz bin eine mutter zu sein. dass ich mich frage wie lange das fucking müllauto noch vor unserem haus steht und so einen lärm macht, so dass ich keinen klaren gedanken fassen kann. ich habe es probiert. morgen dann nochmal. 

unverschämt

Unangenehmes Thema, aber ein guter Grund mal wieder zu schreiben. S1 wird nächste Woche 6 Jahre alt. Seit einiger Zeit zählt er uns täglich auf, was er alles zum Geburtstag haben möchte/muss und es kommen regelmäßig weitere Wünsche dazu. Mir schwant Böses. Letztes Jahr begann es genauso und endete in einem Riesendrama. Er trug uns auf, was wir zu besorgen hätten und das auf so unverschämte und direkte Weise, dass ich wirklich verzweifelt wurde. Noch bevor er überhaupt ein Geschenk bekommen hatte, war er schon dermaßen enttäuscht und undankbar, dass ich den Tag am liebsten nicht gefeiert hätte. Wir taten es trotzdem und es wurde katastrophal. Ich habe mich in Grund und Boden geschämt über sein Verhalten.

Wahnsinn, was das in einem auslöst. Natürlich möchte man nicht, dass das eigene Kind so eine verzogene Göre ist, von denen man überall liest und heimlich denkt, da sind doch die Eltern dran Schuld. Ha! In diesem Falle sind aber wir seine Eltern. Es wird also Zeit für eine Analyse. Besonders, wenn ich jetzt sehe, dass es dieses Jahr wieder so werden könnte. 

Mir ist nicht klar, was ich tun kann. Sind Kinder in dem Alter so? Alles fordern, sich nicht zufrieden geben können? Vielleicht müssen sie einfach so sein? Ich bin ein bisschen ratlos. Bekommt er generell zu viele Geschenke von uns? Hmmm, manchmal ja, manchmal nein würde ich sagen. Ostern und Nikolaus bekommen die Söhne Süßes, keine Geschenke. Die gibt es nur an den Geburtstagen und zu Weihnachten. Natürlich habe ich Kleinigkeiten in petto wie Malbücher, Hörspiele, Aufkleber etc. (gibt es Mütter, die das nicht haben?) und wenn ich die überraschend rausrücke, freut er sich sehr. Im Nachhinein weiß ich, dass er letztes Jahr völlig überfordert war. Am Tag danach wirkte er wie erlöst. Das hilft mir jetzt nicht wirklich weiter oder? Ich kann ja schlecht seinen Geburtstag ausfallen lassen. ODER? 

erkenntnis des tages

jedesmal, wenn ich mir sicher bin, ich besitze nichts unnützes mehr, stehen aufs neue 8 umzugskartons im flur und warten darauf zur caritas gebracht zu werden. 

Erkenntnis des Tages

Ich habe mich inzwischen fast ein bisschen daran gewöhnt, dass S1 im September zur Schule kommt. 

Eigentlich ist das unmöglich, aber doch, dann habe ich ein Schulkind.  

Eben erst fällt mir ein, dass dieses Schulkind ja auch einen Ranzen braucht. Himmel, mein Hirn. Lerne ich nun also den nächsten Bereich von "wie quetsche ich das meiste Geld aus Eltern raus" kennen. 

frauniepi mistet aus

es wird mal wieder zeit den wohnungsinhalt auf aktuellen stand zu bringen. die söhne sind halb erwachsen (wenn ich frische babys daneben sehe) und vieles brauchen wir nicht mehr. 

auf frauniepi mistet aus, was gleich da oben über dem bild recht mittig zu lesen ist, zeige ich euch ein paar Sachen, die wir loswerden wollen und auch müssen, denn ich brauche platz. nicht, dass ich da was anderes hinstellen wollte, ich brauche einfach raum. beengte und überfrachtete wohnungen machen mich unruhig und dieser gemütszustand lässt sich schlecht mit lauthals umherspringenden söhnen vereinbaren. 

nun denn, ich pack mal nebenan alles aus. leider ist mir der aufwand, die sachen zu verschicken zu groß. sie können also nur bei uns in wien abgeholt werden. 

neujahrsfoto 2014

und hier unser inzwischen schon traditionelles neujahrsfoto mit dem motto "frisch aus dem bett gefallen". ich liebe liebe liebe es! natürlich haben wir die söhne bestochen, um mitzumachen, aber es war (auch dank des fart blasters) ein riesenspaß dieses jahr. 

natürlich verschicke ich auch wieder neujahrpost. wer eine karte bekommen möchte, einfach einen kommentar schreiben. ein frohes, neues jahr euch allen.

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ein letzter, schwerer gang

beerdigungen sind schon eine komische sache. ich treffe die gesamte familie und freue mich ehrlich, dass sie alle da sind. ich möchte plaudern, weil wir uns lange nicht gesehen haben, aber der anlass läßt es nicht ganz zu.

während der rede lächle ich. ein bild meiner großmutter steht neben der urne. eine so starke frau war sie. so unglaublich viele menschen haben sie geliebt und trauern jetzt um sie. das macht mich glücklich und ich weine vor freude. ihr haben wir so viel zu verdanken. sie war das oberhaupt unserer großen familie. vier kinder, acht enkel, vierzehn urenkel, zwei ururenkel und ich habe angst, dass durch ihren tod ein bruch entsteht.

bei der feier danach trinken meine schwestern und ich einen eierlikör auf sie. sie hätte gesagt: "auf einem bein kann man nicht stehen." und einen zweiten eingeschenkt. wir lachen nun alle und erzählen uns geschichten über sie. ihr bild steht auf einer anrichte über uns. dort, wo sie immer war. ganz oben, aber mittendrin.

ich danke meiner lieblingstante für die wunderschöne todesanzeige.

"den zauber unseres familienglücks hast du begründet und behütet. deine unerschütterliche liebe hat uns alle so stark gemacht." 

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Sonntagmorgen

meine familie ist überraschend zu besuch. das tut uns allen so unendlich gut. es lenkt nicht nur von den letzten traurigen ereignissen ab, sondern gibt uns eltern auch eine lang ersehnte verschnaufpause.

so lange die kinder also nicht im haus sind, verpacke ich weihnachtsgeschenke. im letzten jahr kauften wir alles gebraucht. das bot sich einfach an. dieses jahr fuhren wir in einen großen spielzeugmarkt und ich muss es leider zugeben, ich bin ob der fülle an dingen, die ich toll fand, völlig unzurechnungsfähig geworden. nun gut, freut sich die wirtschaft.

meine familie ist recht groß und so kommen neben unseren geschenken noch die der verwandten dazu. vielleicht sortiere ich aber noch einiges für später weg. jetzt muss ich erstmal sichten und gerecht aufteilen. 

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