she works hard for the money

ich bin ja eine von diesen elendigen langzeitstudenten. bafög kriege ich schon ewig nicht mehr, weil ich einmal (ok, es war mehrmals, aber das diente der selbstfindung!) das studienfach gewechselt habe. deshalb muß ich jobben. das mache ich in berlin bereits seit jahren mit wechselnden tätigkeiten.
einer meiner jobs war in dem zeitungsladen im bahnhof friedrichstraße. wir öffneten um 5:30 uhr, schlossen aber erst wieder um 22 uhr. viele der mitarbeiter waren über 50 und mußten sich um den job zu behalten ne mange gefallen lassen. doppelschichten waren gefürchtet, aber nicht unüblich. die cheffin war eine katastrophe, die (sicher ebenfalls um ihren job zu behalten) jeden ihrer fehler vertuschte und auf andere schob. diese eigenschaft erzeugte bei mir schon immer respektlosigkeit und ließ mich auch erkennen, daß ich ein problem mit autoritäten habe. es folgten ne menge anderer jobs unter anderem für eine klamottenfirma, die inzwischen von h&m aufgekauft wurde und als kassiererin im supermarkt.
den aktuellen job mache ich nun schon seit 2001 und gestern war mein erster arbeitstag nach wien. zum erstem mal trug ich wieder unsere schwarze arbeitskleidung und wer mich schwarz tragen sieht weiß, ich bin auf dem weg ins museum, denn privat kommt das für mich nicht in frage.
im museum vergebe ich mit vielen anderen studenten audioführungen an touristen. auf die frage hin welche sprache sie denn möchten antworten abertausende besucher:
haben sie´s auch auf bayrisch/sächsisch/swahili/platt/mandarin/westslawisch…?
sie klopfen sich dabei auf die schenkel und wundern sich jedes mal, daß wir darüber gar nicht lachen. der gewünschten sprache sind sie eh fast nie mächtig, aber reagieren dann sauer, wenn eine kollegin ihnen tatsächlich auf swahili antwortet. offiziell dabei ist man als mitarbeiter erst, wenn man diesen blöden spruch hinter sich gebracht hat. bei mir war es heute: haben sie es auch auf minnan?


2 Responses to “she works hard for the money”  

  1. 1 schubi

    arme maus, musste wieder in die höhle des löwen…
    ick weiß ja wat du durch machst. war erst letzte woche die alten kollegen mal wieder besuchen und es hat mich in der kurzen zeit schon sehr gewundert, wie ich den job so lange machen konnte, ohne amok zu laufen.
    einer von den vielen studenten, die im museum arbeiten, sollte mal eine examensarbeit über das merkwürdige verhalten von museumsbesuchern schreiben.
    bei allen besuchern aus allen ländern hatte ich das gefühl, das sie ihr gehirn an der garderobe gleich mit abgeben. zumindest ist ihr verhalten doch sehr schwer zu erklären.
    aber ein positives hat der job, es gibt fast kein verhalten von menschen, das mich noch erschüttern kann.
    jeder job bringt dich weiter - irgendwie! also in diesem sinne kopf hoch meine kleene!

  2. 2 traude

    hallo gela,

    jajaja….immer das selbe. kenne das. mir geht momentan der zwirn im arsch nicht zamm… also praktikum hab ich seit anfang märz bekomme, wo ich 400 euro brutto bekomme. jetzt denkste sicher, ja….mehr als bei meinen. ja, okay, aber leben kann man davon nicht. Daher bin ich noch im Benno. Meistens ziemlich k.o. Mein Körper rebelliert momentan …..bin kränklich…
    mich kotzt es manchmal so an, dass man sich immer für wenig geld hergibt…aber man muss auch wieder froh sein, dass man was kriegt….ist das alles nicht pervers? gestern musste sich eine freundin von mir auch so dermaßen darüber aufregen. ach ja, hab schon gar keine luft mehr, den letzten satz zu beenden.
    bis bald mausl!
    traude

Leave a Reply