da tätschelt mir ein alter, bis dahin freundlicher mann die beine auf ungehörige weise und statt mich zu beschweren, zeige ich ihm noch wo der bus abfährt, nach dem er gefragt hatte!
wieder ärgere ich mich als erstes über mich selbst, weil ich zu langsam geschaltet habe. nett, hilfesuchend und alt läßt sich auf die schnelle nicht mit einem unangenehmen grabscher in verbindung bringen.
höflichkeit, hilfsbereitschaft und freundlichkeit sollten öfter oder einfach schneller über bord geschmissen werden.
Monthly Archives: September 2006
grüße vom kudamm

party on gela
jut, was fehlt noch? fladenbrot! hole ich, s. kommt gleich mit zu tratschen.
was ist hier los? kein fladenbrot? ich wohne in neukölln! ah, ramadan vergessen. natürlich, wenns schummrig wird alles einkaufen, denn gleich ist es dunkel und dann kann gegessen werden. oh mann, schon so spät. die ersten gäste kommen gleich und ich hab noch nicht mal die torte abgeholt. s. redet von wichtigem. zuhören! nicht ablenken lassen, nur weil du noch auf der sonnenallee rumrennst, statt zuhause vor dem spiegel zu stehen. s. muß morgen früh um sieben den bus nach hamburg kriegen. nehme mir vor mit ihr wach zu bleiben.
wieso schaffe ich das eigentlich nie? immer nehme ich mir vor, bevor die ersten gäste kommen bin ich fertig mit anziehen und schminken! wieder nicht geschafft! schon fast am herrmannplatz. der bäcker wie immer die letzte rettung.
nun aber los! jetzt nur nicht die torte fallen lassen! nein, typ ey, ich klatsche nicht für dich in die hände!
oh, super, noch keiner da. gleich mal umziehen. sollte ich die blusen noch bügeln? ach, ist mir nach einem glas sekt sowieso egal. nun aber ins bad. die wienerinnen sind noch shoppen. ok, dann wird das nichts mehr mit euch und duschen. da muß jetzt wasser in die wanne, um das bier zu kühlen.
lidstrich gezogen, ohoho, die ersten gäste. freu mich so, daß ihr da seid. danke, danke schön. was zu trinken? essen gibts auch reichlich. ehemann kannst du kurz…? bin gleich wieder da, muß nur noch mal schnell ins bad. ja, du weißt ja wie das ist, nie wird man pünktlich fertig!
so, wimperntusche, arg, die nächten sind schon da. ja, ich komme gleich! geh jetzt nicht raus, sonst wirst du nie fertig! oh mann, jetzt klingelts aber im minutentakt. bad ist frei!
so viele leute schon da? oh, ihr seid auch gekommen. oh danke schön, das ist so lieb von euch. freu mich total, sieh mal ehemann! ein foto, ja klar.
coole party, tolle leute. mein wievieltes glas prosecco ist das eigentlich? sie da drüben kenne ich gar nicht, scheint aber sehr nett zu sein und er da hat erstmal der lustigen freundin t. gratuliert bis man ihn aufgeklärt hat, daß ich diejenige bin, die 30 wurde und geheiratet hat.
jetzt aber mal die torte anschneiden. ja, herzmann, das muß so richtig mit füttern und so sein! wer will noch ein stück? to. bekommt meine brust und freut sich diebisch. lecker zeugs! bombastische torte!

ach, das bier ist alle? der herzmann ist schon los neues besorgen? na, perfekt. dann köpfe ich mal nächste flasche sekt. hunger hätte ich jetzt aber auch mal. chilli alle, kassler auch! ist es ein zeichen für zu wenig essen oder ne tolle party, wenn die leute um halb fünf uhr morgens den kühlschrank plündern?
nur noch ein paar leute da, dann kann ich mich ja jetzt mal auf dem sessel ausruhen. jetzt sollte ich auch mal aufhören zu trinken. wer hat eigentlich die ganzen fotos gemacht? die lustige freundin t. also. wirklich schöne dabei. vielleicht schaffe ich es ja morgen gleich sie bei flickr hochzuladen. m. schnarcht schon auf der couch.
hey uahhhhh ehemann, was soll das? was willst du von mir uahhhh? ins bett? huch, bin ich eingeschlafen? wo sind denn alle und wer hat aufgeräumt? oh, nein s. ist auch schon auf dem weg zum busbahnhof? ich bin ne lusche, nicht mal verabschiedet hab ich mich. ok, erstmal ausschlafen, war ne superparty!
herzlich willkommen 30
1976 war offensichtlich ein geburtenstarker jahrgang, denn um mich herum werden sämtliche leute 30. mich eingeschlossen! nun scheint dieser tag bei vielen beklemmungen auszulösen. vom ende der wilden jahre und jetzt sei der spaß vorbei ist da die rede. gerade heute beendet eine kollegin ihre zwanziger und erklärte mir gestern, was für ein herber schlag das für sie sei. sie fühle sich eher wie 25 und da passe eine 30 einfach noch nicht.
viele in meinem jahrgang setzten 30 gleich mit alt. als wäre es ihnen von nun an wegen der porösen knochen unmöglich die nächte durchzufeiern oder einen kurztrip nach barcelona zu buchen. dazu muß auch noch gesagt werden, daß um mich herum niemand kinder hat, auf die rücksicht genommen werden müßten. statt dessen sind die meisten studenten und nicht gebunden, was also steht ihnen im weg? vielleicht, daß sie noch immer studenten sind und ungebunden? in den augen bestimmer gruppen also bisher nichts erreicht haben? das bild, das die gesellschaft von dreißigjährigen hat, paßt auf viele einfach nicht. statt eines autos und geregelten lebens sind sie ewig pleite, über die regelstudienzeit hinaus, noch immer ohne abschluß und haben auch keinen job in sichtweite, der den lebensstandart, den man inzwischen hat auch finanziert.
schon seit jahren fand ich dieses rumgesuche nach dem was will ich und was kann ich anstrengend. sich ständig in der uni fehl am platze zu fühlen, sich wahlweise in seminaren für erbärmlich dumm zu halten oder auch manchmal beschämt für zu intelligent, hat mich sehr verunsichert und einfach keinen sinn in dem ganzen mehr sehen lassen. am rumtesten hatte ich auch schon lange keine lust mehr. neue männer auszuprobieren und ausprobiert zu werden, bis man endlich auf einen trifft, der sich zum herzmann entwickelt. all das sind für mich die zwanziger gewesen. ich trauere ihnen nicht nach. im gegenteil war ich froh, sie loszuwerden.
in meinen kopf hatte sich immer die vorstellung breit gemacht in den dreißigern gelassener zu werden. ich nehme es als neuen anfang. eine neue dakade, die ich mit glücklichen ereignissen füllen will. ich habe geheiratet, ich werde meinen abschluß machen und kinder bekommen. das ist, was mich glücklich macht.
wer mit anderen sachen zufriedener wäre soll sie machen. wer sein leben so schon schön fand, soll einfach so weiter machen und sich nicht an der albernen zahl stören. sie sagt nichts anderes aus, als das, womit man sie besetzt.
ein kollege schickte mir eine ganze palette an tröstungen oder aufmunterungen, die er an seinem 30. bekommen hatte:
“Das ist so toll, man hat was erreicht und mußte nicht mal was dafür tun!”
“Bei der gestiegenen Lebenserwartung sind 30 doch die neuen 25!”
“Is och gut, wir sind übern Berg und alles geht jetzt viel leichter (abwärts!).”
“Ich bin froh 30 zu sein. Den ganzen Krampf mit Ausbildung und für Beziehungen verbiegen muß ich nich nochmal haben. Jetzt geht das Leben richtig los!”
mir persönlich gefällt der letzte punkt am besten.
wird mal wieder zeit
gerade jetzt wird hier ausgiebig gebloggt
die bahn weiß was sie tut
zur zeit sieht es in meiner brieftasche ein wenig verwirrend aus. obwohl ich bei der heirat den namen des herzmannes angenommen habe, lauten einige karten noch auf meinen alten namen. ebenso mein ausweis, weil ich es bisher einfach nicht geschafft habe einen neuen zu beantragen. beim bezahlen mit den neuen karten verfalle ich deshalb öfter in panik, wenn mir einfällt, daß man mich vielleicht mal fragt, was ich da mit einer nicht zum ausweis passenden karte mache.
ich hab mir allerdings umsonst sorgen gemacht. kein mensch interessiert sich dafür, ob die karte auch wirklich meine ist. in der mittagspause bin ich gestern zur bahn, um eine fahrkarte zu kaufen. ich hatte vergessen mein namensschild abzumachen und stand also als frau niepi am schalter. bezahlt hab ich aber mit meiner alten karte. der frau ist der unterschied auch aufgefallen, aber gesagt hat sie nichts. vielleicht überlege ich mir das alles mit dem ummelden nochmal. ist doch ne ganz schöne zeitverschwendung in den ämtern rumzusitzen.
satz des tages
ein bekannter nach einer party:
es war unglaublich, euch frisch verheiratet und soooo verliebt zu sehen.
erkenntnis des tages
auch nonnen müssen an der damentoilette anstehen
zweite etappe
wieder in wien zu sein war wunderbar. natürlich wegen der leute, die ich wiedersah aber auch, weil ich mich wie zu hause gefühlt habe. es war nicht komisch oder nostalgisch wieder da zu sein, sondern ganz natürlich, als sollte das so sein. mir gefällt die stadt ja immer besser und der herzmann wäre sogar einverstanden ganz überzusiedeln, wie man in österreich so sagt. ich weiß nicht, ob es so kommen wird, aber vorstellen könnte ich es mir. daß man sich irgendwo wohl fühlt liegt in erste linie natürlich an den leuten. ich habe inzwischen so gute freunde dort gefunden, daß der herzmann und ich ein bett-hobbing veranstalteten, um bei jedem wenigstens eine nacht zu verbringen. wir waren mal wieder schön auf dem kahlenberg, obwohl mir der cobenzl immernoch besser gefällt, haben ne menge sturm getrunken und viel spaß beim heurigen gehabt. zum abschluß waren wir im mocca club, wo es laut sillie ja die beste heiße schockolade geben soll. wir haben sie wegen der hitze nicht probiert, sondern statt dessen die happy hour ausgiebig genutzt. erdbeer margaritas sind doch was feines!
beim aufbruch zum flughafen sah ich die, sich vor meinem besuch noch nicht bekannten freunde miteinander gemeinsame aktivitäten ausmachen. sie sind großartig alle miteinander und ich freue mich sehr, wenn sie sich auch gut verstehen. trotzdem wurde ich ein ganz klein wenig traurig, weil ich nicht dabei sein werde.
ich schätze, wir kommen noch öfter nach wien ![]()

fünf freunde, das sind wir!
erkenntnis des tages
bleistiftröcke sind äußerst unpraktisch auf einem fahrrad. letztendlich muß man sie so weit hochschieben, daß man auch nackt hätte fahren können.
