was ist das: die fenster sind geputzt, der boden gewischt, in den kühlschrank passt nichts mehr rein, weil man schon so oft einfaufen war und es kommt niemand zu besuch? ganz klar, prüfungsphase! hat man selbst ja auch schon tausend mal durchgemacht. ob nun in der schule, zu unizeiten oder in weiterbildungen jedes mal sitzt man vor den unterlagen und könnte optional sofort einschlafen, blumen gießen oder zum zahnarzt gehen. alles wäre einem lieber als in die bücher zu gucken und zu lernen. warum ist das so? eigentlich weiß man doch, dass das thema nicht so schwer ist und man sich nur hinsetzen und anfangen muss. wieso spüre ich trotzdem diesen widerstand, wenn ich auch nur in die nähe des schreibtisches komme? weil ich meistens keinen bezug zum prüfungsthema habe und es mich oft nicht mal interessiert. es muß gelernt werden, weil der prüfer es will und nicht weil ich denke, dass es für mich und mein leben wichtig ist. diese abwehrhaltung gegen das thema oder den kommenden lernprozeß nennt man lernwiderstand. erscheinen mir zu lernende dinge als unbedeutsam oder sogar unsinnig, entscheide ich mich gegen das erlernen. ich hab da einfach keinen handlungsbedarf. gut zu wissen, aber wie komme ich dagegen an, denn die prüfung muss ich ja dennoch machen? stimmt, da kommt man meist nicht drumrum! zu dem thema gibt es in jedem jokers buchladen oder in der wohltatschen buchhandlung haufenweise ratgeber mit den vielversprechenden titeln wie: fit fürs examen oder mündlich ausgezeichnet. ich wäre eine schlechte bloggerin, wenn ich da nicht mal eben schnell in meinem eigenen bücherregal recherchiert hätte. bücher wie diese helfen aber nicht über das eigentliche problem, nämlich den fehlenden handlungsbedarf hinweg. erst dadurch bekomme ich die motivation etwas zu lernen. danach kann ich gern meine zeit bis zur prüfung strukturieren.
ich muss mir also möglichst einen Kontext schaffen, der mir einen (für mich) erkennbaren Handlungsbedarf bietet?
Dann ist der schwierige Teil auf jeden Fall das Finden überzeugender Argumente denke ich.
ja, das denke ich auch. wenn du keine findest lernst du auch nicht. lernen im sinne von bilden. das problem ist, wenn du das thema so wie im regelfall dennoch für die uni z.b. lernen mußt.
anders ist es, wenn der chef will, dass du zu einer weiterbildung gehst. die meisten stellen in dem falle quasi eine kosten und nutzen rechnung auf. ist die negativ, weil man im endeffekt nicht sieht, dass die weiterbildung direkt was bringt, wie den job zu behalten oder durch qualifizierung mehr geld oder anerkennung zu bekommen entscheidet man sich dagegen und drückt das auf verscheidene weise aus. der eine kommt gar nicht erst, der andere stört den leiter oder die kursteilnehmer massiv.
wichtig ist in dem fall immer herauszubekommen warum man sich dagegen entschieden hat. die gründe dafür sind ausschlaggebend und den meisten aber gar nicht bewußt. erwachsene menschen haben ja ne menge erfahrungen gesammelt, die alle auf die positive oder negative entscheidung einwirken.