ich bin erschöpft. der herzmann ist samt wohnungsinhalt bereits am montag übersiedelt. ich blieb zurück und renoviere nun schon seit montag die wohnung. so viel steht fest, nie wieder werd ich das tun! ich verstehe nicht woher der ganze müll aus einer leeren wohnung kommt. es ist einfach nur noch anstrengend.
die fröhliche freundin hat mich bei sich aufgenommen und versorgt mich mit allem, denn natürlich mußte ich mir beim kisten runterschleppen auch noch eine erkältung holen. freitag früh ist die wohungsübergabe. der hausmeister ist sehr korrekt mit allem. acht seiten anweisungen hat er dagelassen. ich habs so gut gemacht wie ich konnte. auch schon albern vor sowas angst zu haben!
ich fühle mich wie in einem zwischenleben. zwischen zwei leben. das hier ist nicht mehr meins und beim anderen bin ich noch nicht angekommen. ich mache tausend sachen und bewege mich dennoch nicht.
aber am freitag. am freitag fahre ich mit dem zug zum herzmann nach wien. ich hätte auch fliegen oder wie sonst, über nacht mit dem bus fahren können aber ich wollte den zug. ich möchte lange fahren und es soll hell sein, damit ich ohne schlechtes gewissen rausschauen kann, weil ich nichts anderes zu tun habe.
eineinhalb stunden flug erscheinen mir nicht angemessen, um in neues leben zu starten.
Du liebste Lieblingskollegin, eigentlich wollte ich Dich am Montag mit dem Walzer verabschieden “Sag zum Abschied leise Servus”, aber wir waren ohnehin alle sooo traurig, daß es mir nicht möglich war, den schnell aufzulegen. Ich hatte verschiedene Versionen mit einem Salonorcester und mit verschiedenen Burgtheaterschauspielern als Sänger, denn das ist ein Wiener Lied.
Jedenfalls freue ich mich, demnächst mit Dir auf dem gleichen Breitengrad zu leben und fühle mch bis dahin auch sehr zwischen den zwei Leben irgendwie. Noch ist Berlin nicht vorbei, aber Basel naht täglich und ich bin am Überlegen, ob ich nicht auch ein B-Log starten sollte…
Ich grüße Dich aus der schönen großen Wohnung, die inzwischen schon (12 Stunden nach Bekanntgabe) eine Untermieterin gefunden hat…
hallo liebe gela,
ich fürchte nur, dass dein plan, nie wieder zu renovieren, nicht ganz aufgehen wird. ich war gestern mit niepi (das erste mal übrigens) in eurer wohnung. es sieht so aus, dass da leider noch einiges gemacht werden muss. nicht nur wände streichen. aber keine sorge, laut spitzer bekommt ihr übergangsweise eine andere leere whg im haus und das, was noch gemacht werden muss wie die unverputzten fenster, wird auch gemacht! aber wände streichen müsst ihr selber. das fanden wir damals auch doof als wir nach wien gezogen sind: in deutschland renoviert man beim ausug und hier beim einzug, also doppelte arbeit. leider. wobei ich es eh sinnvoller finde, beim einzug zu streichen, denn das macht man doch dann viel “liebevoller” als wenn man beim auszug farbe an die wand klatscht.
wien und seine bewohner freuen sich auf dich
darüber hinaus finde ich eure wohung super!!!! und bin auch etwas neidisch, weil sie heller ist als unsere und ihr ja nicht wie wir ein halbes, sondern ein ganzes drittes zimmer habt! das bad ist auch schön groß!
ich finds übrigens ziemlich unverschämt von den vormietern, dass die soviel in der wohnung gelassen haben und nicht mal bad und vor allem klo geputzt haben!!!!!!! bäh! aber der ganze restliche kram wie bett und die küchenschränke werden ja von spitzer abtransportiert…
also gelalein, es ist noch ne menge zu tun, aber das leben wär doch nix ohne umzugsstress, was? (ich weiß deine antwort darauf!!! und ich seh’s ja genauso…)
zug fahren ist gut, das hätte ich auch so gemacht. ich wünsch dir viel kraft in den nächsten tagen!
Werde euch vermissen!!!
Gute Reise wünsche ich Dir! Freue mich auf ein Wiedersehen in Wien!!!!