danke, dass ihr alle um mich besorgt seid. ich finde das sehr tröstlich.
wir waren heute früh zum ersten mal beim kinderarzt. peter hat nur auf der kalten waage geweint und ansonsten wieder geschlafen. er hat die plötzliche geburt ohne probleme weggesteckt. mich will sie am montag zur therapie wieder sehen. sie ist auch osteopathisch ausgebildet und macht eigentlich für kinder kopfmassagen. manchmal, wenn es zu schlimm ist aber eben auch bei erwachsenen.
meine probleme ballen sich beim stillen. nicht, dass ich nicht könnte. das ist ja das dilemma. wenn es nicht ginge, hätte ich auch keinen grund für ein schlechtes gewissen.
ich kann stillen, will aber nicht. vor der geburt war ich mir ganz sicher zu stillen. jetzt zehrt es mich aus. es ist irgendwie zu viel. ich laufe ständig aus, muß am besten jede stunde die stilleinlagen wechseln. nachts ist es am schlimmsten. alles ist wund und tut weh. ich laufe in der wohnung nur noch barbusig herum, weil jeder stoff scheuert. natürlich die ganze zeit mit einem tuch in reichweite, weil ja alles tropft. ich kann auch leider nichts schönes oder inniges daran finden den lütten an mir hängen zu haben. meistens heule ich dabei, entweder vor schmerzen oder aus anderen noch nicht definierten gründen. seit zwei wochen habe ich starke kopfschmerzen. ich trinke genug, lege ihn richtig an, bin aber nur entspannt, wenn ich ihm die flasche gebe. ich denke bereits jetzt übers abstillen nach.
ich will hier keine diskussion über das thema stillen entfachen. ich will nur sagen, dass es meinem kind nicht hilft, wenn es mir nicht gut geht.
ich kann dich da sehr gut verstehen. ich hatte bislang zweimal richtige probleme beim stillen:
das erste mal hat es rosa aus irgendwelchen gründen abgelehnt nachts aus meiner rechten brust zu trinken. ich wusste mir überhaupt nicht zu helfen: die rechte brust fühlte sich an, als wäre sie kurz vorm platzen, die linke war vollkommen leergetrunken und tat ebenfalls weh und rosa brüllte unglücklich, weil sie zu wenig milch bekam. ich saß die halbe nacht heulend und verzweifelt auf dem bettrand. erst am morgen nachdem ich mechanisch so viel milch wie möglich ausgestrichen hatte, funktionierte das stillen wieder.
das zweite mal bekam ich nachts urplötzlich starke schmerzen in der brust. am nächsten morgen bin ich dann mit fieber aufgewacht. diagnose: milchstau. es gibt nichts nervenaufreibenderes als ein quäkendes baby, wenn man selber krank ist. letzlich war es aber das kind selbst, das mich von dem milchstau wieder befreit hat. aus irgendwelchen gründen hatte rosa nämlich an diesem tag besonders viel appetit und hat den stau einfach weggetrunken.
auch wenn das kind nichts dafür kann, wenn man schmerzen hat und irgendwie unfit ist, gibt man ihm automatisch die schuld daran. ich habe zwar nie ernsthaft abstillen wollen aber schon oft gedacht, dass das stillen ein ziemlich labiles system ist, das sehr schnell aus dem gleichgewicht gerät und dem ein hohes frustrationspotential innewohnt.
mir hat jedesmal, wenn es probleme gab meine hebamme geholfen, indem sie mir durch massagen oder akupunktur geholfen hat mich wieder zu entspannen.
und - so wenig dir das in der jetzigen situation wahrscheinlich hilft - mit der zeit wird alles besser: die wunden verschwinden von selbst (auch wenn man sich das anfangs nicht vorstellen kann) und die milchmenge reguliert sich. also, versuch noch ein bisschen durchzuhalten!
hast du eigentlich eine hebamme für die nachsorge oder jemand anderen, der dich bei stillproblemen beraten kann? wenn nicht, kann ich gerne ein paar konkrete tipps meiner hebamme an dich weitergeben. schreib doch mal ne e-mail!
du brauchst wegen überhaupt nix ein schlechtes gewissen zu haben! mach das, wobei es dir am besten geht.
und ich hoffe das tut es bald wieder.
ich hab jetzt beschlossen es noch bis montag zu probieren. aber auch das ist kein definitives datum. heute gehts ja schon wieder. diese schwankungen sind unglaublich! vielleicht können wir ja eine kombination aus flasche und brust machen? mein gott, das blog wird zu so einem muttiforum (nichts für ungut!)
hallo gela,
probleme beim stillen gibt es immer, stillen macht erst nach 6 wochen spass. für wunde brustwarzen gibt es salbe: purelan von medela. du musst nicht ständig wechseln, man kann auch windel vor und laufen lassen, alles was weg läuft ist zu viel. würde mich freue, wenn du weiter stillst, sagt die hebamme(stillbeauftragte aus mv, zwar ex, aber immer noch aktiv). bade peter und lege ihn dir nass auf deinen brustkorb, damit du den kontakt aufbaust, der dir bei der sectio verlorengegangen ist, dann legst ihr euch ins bett, deckst ihn zu und ihr bleibt liegen und kuschelt(hautkontakt). du kannst mich jederzeit anrufen, immer, bin krank geschrieben und meist auch in hv, melde dich einfach. hautkontakt, hautkontakt und hautkontakt!!
ab geburtsttermin wird es besser, ihn fehlen 14 tage an der entwicklung, er wird noch munterer, (nur revolution macht schön, das motto meiner tochter).
gruss gundula.
bin bis morgen bei meiner tochter
Mütterblog. *g*
Das mit dem Stillen ist so eine Sache. Einerseits will man das beste für sein Kind, andererseits kann man eventuell wirklich nicht mehr und muss auch an sich selbst denken.
ich mach brav weiter, obwohl er mich dieses wochenende mehr fordert als je zuvor. es ist ja nichts in stein gehauen. ich werd mich aber mal um eine stillberatung kümmern.