stand der dinge

ich bin ein fast halbes jahr mutter. wir bekamen wie alle das wunderbarste kind und ich bin glücklich geworden mit den monaten.
die zeit in der ich mich um eine geburt betrogen fühlte liegt hinter mir. es ist schwer vorstellbar, dass ich mich überhaupt so gefühlt habe, sagen einige, wenn man bedenkt, dass der kaiserschnitt notwendig war. ich hab vorher immer großkotzig behauptet, wenn ein schnitt nötig ist, dann soll er natürlich auch gemacht werden. ich hatte überhaupt keine ahnung.
ich bin sicher, dass sich der körper und die psyche in den zehn monaten auf die geburt vorbereiten. da hat etwas begonnen, das muß auch abgeschlossen werden. natürlich geht das nur auf einem weg. bei mir gab es diesen endpunkt nicht und das hat die psyche nicht so schnell realisiert. für sie war das kind noch nicht auf der welt und das was da in meinen armen lag etwas fremdes.
vieles was danach passierte sind einfach kettenreaktionen. das kind nicht als etwas eigenes betrachten, die unglaubliche abneigung dagegen es zu nähren. minderwertigkeitskomplexe, schuldgefühle. you name it.
das alles ist normal. es muß nicht immer in solch einer heftigkeit auftreten und es ist nichts, wofür man sich schämen muß. es hat mich monate gekostet, das zu akzeptieren. eine schwere zeit an die ich mich kaum noch richtig erinnern kann. man könnte denken, gut für mich, aber es ist eben auch zeit meines kindes, die ich vergessen habe.
ich wollte vor der geburt von einem kaiserschnitt nichts hören, inzwischen denke ich jede schwangere sollte etwas dazu lesen. es spart einfach wichtige zeit, wenn man weiß, warum man sich einreden muß das kind zu lieben und, dass man es irgendwann tatsächlich über alles liebt.