endlich ist wochenende. ich hab diese woche so drauf gewartet. seit dem letzten wochenende hatte der sohn fieber. ich finde fieber vollkommen ok, deshalb gehe ich nicht zum arzt. als es aber am mittwoch nicht weg war bin ich doch hin. natürlich die quittung, beidseitige mittelohrentzündung. kein wunder das das kind nur getragen werden wollte, er konnte gar nicht laufen. jetzt hab ich natürlich ein schlechtes gewissen. wieder zu lange gewartet. beim letzten mal war´s dann ne lungenentzündung. tragischer weise gibt pe keine zeichen, wo ihm etwas weh tut. naja, man lernt dazu.
von montag bis mittwoch hatte ich meinen neuen gebärdensprachkurs der immer bis 20 uhr ging. nächste woche auch nochmal und dann ab märz wieder wöchentlich. so ein intensivkurs schlaucht ganz schön, bringt aber auch ne menge. gebärdensprache zu lernen ist so leicht oder schwer wie jede andere sprache auch. was viele nicht wissen ist, dass die sprache auch eine eigene grammatik hat und da hinterzusteigen ist nicht so einfach. ich habe beim neuen job viele gehörlose kollegen und besonders einer hat ein unglaubliches sprachnivea. eines meiner beruflichen ziele für diese jahr ist mit ihm smaltalk zu machen. reinen smaltalk, nichts zu spezielles, denn da komme ich dann nicht mehr mit. ein anderes ziel habe ich diese woche (wir haben februar!) schon erreicht. der höchste fortgeschrittenenkurs c1 wird stattfinden. es haben sich genügend leute dank werbung und nachfragen etc angemeldet. das kommt wohl nicht oft zustande und nun hab ich gleich noch ein ziel miteingeschoben, den nächsten c1 kurs im wintersemester auch voll zu kriegen.
die arbeit macht spaß. der anfang im november war ein bischen heftig. von ordentlicher einarbeitung konnte keine rede sein. blöde umstände, spontane kündigungen und wahnsinnig viel zu tun, so dass ich abends teilweise so fertig war, wie nach einem vollzeitjob. wenn man es genau nimmt bin ich auch voll beschäftig. ich arbeite von acht bis eins, was mir gut gefällt. ich bin ja eher ein frühaufsteher und will immer alles gleich erledigt haben. bevor ich den sohn aus der krippe abhole, habe ich zeit für sämtliche erledigungen und den haushalt. gott der haushalt, das hört sich schon so blöd an, aber ist nunmal nicht zu beschönigen. ein kind macht dreck, besonders in peters alter. alles was man nicht gleich schafft türmt sich ins unendliche und wird umso schlimmer, wenn das kind noch eine vorliebe für dreck und unordnung hat. ich bin besonders ordnungslieben und nenne das eine große herausforderung!
dann wir das kind geholt. und bitte niemals in eile, denn wir brauchen mindestens eine halbe stunde, bis er allen kindern im kindergarten tschüß oder ba ba gesagt hat. da muß noch dreimal der gang zur turnhalle raufgelaufen werden und sollte sie offen sein muß noch vorgeführt werden, wie heute dort getanzt wurde. mit zeitdruck ist da nichts zu gewinnen, also nehme ich mir für danach eigentlich nie was vor. wenn wir je aus dem haus kommen landen wir sowieso auf dem nächsten spielplatz. zu hause ist oft nicht mehr viel mit ihm anzufangen. bücher gehen aber immer. er ist ziemlich fertig nach so einem kindergartentag und müßte eigentlich spätestens um sechs im bett sein, was aber nie so recht klappt, weil er seinen vater auch gern noch sehen würde. sobald dieser dann da ist wird noch ein buch angeschaut und dann ist er wirklich streichfähig. ich bis dahin auch, denn was man immer unterschätzt ist die intensität so einer mutter kind beziehung. da gibts wenig pausen. man ist immer aktiv beschäftigt, besonders, wenn das kind nach einem für ihn auch anstrengenden tag sehr schmusebedürftig ist und zwar hunger hat, aber einen nicht gehen lassen will um ihm etwas zu machen. das bringt uns beide teilweise an unsere grenzen. sobald er dann im bett ist hat man auch mal wieder zeit für den anderen, der aber auch fertig von tag ist und genauso seine ruhe will. was mich zum nächsten zeil in diesem jahr bringt.
haha, nie habe ich neujahrsvorsätze aber im februar kommts dann doch raus. der ehemann und ich sind in erster linie eltern, kein paar. der mann wird das anders sehen. nach drei sätzen unter vier augen wird er mir aber sicher zustimmen. es ist einfach so. wir versuchen wie alle anderen auch mehr paar zu bleiben, aber es ist verdammt schwer. es geht gar nicht um diese kleinen streitereien die sich durch kinder immer ergeben. ich finde es viel schwieriger kraft zu finden auszugehen. wir sind beide grunderschöpft.
nächstes ziel also, nicht mehr nur zeit für jeden allein finden, sondern auch zeit für uns.
und nebenbei das finessstudio auch mal wieder besuchen.