ohne kind und tiket

heute abend fliegen wir nach deutschland zum 85. geburtstag meiner oma rostock. sie heißt nicht wirklich wie die stadt in der sie lebt, aber wir nennen sie schon immer so.
die letzten zwei monate waren nicht die besten, die diese noch ziemlich junge familie hinter sich hat. am meisten belastet uns das extreme klammerverhalten von pe und jetzt habe ich zu allem überfluß vergessen ein extratiket für den sohn zu buchen. super oder? jetzt hab ich ein winziges schlechtes gewissen, denn ich würde zu gern mal wieder einen tag ohne drama verbringen.

das tiket konnte ohne probleme nachgebucht werden, denn bis zwei haben kinder keinen eigenen sitz.

eine mutti verläßt die runde

als ich mit pe zu hause war hatte ich eine gruppe von müttern um mich herum. es ergab sich irgendwie so, dass wir uns einmal die woche trafen, quasi als spielgruppe für die kinder. im sommer waren wir viel draußen und im winter war jede woche eine mutter dran, die anderen zu sich einzuladen. mit diesem jahr habe ich unsere treffen aufgegeben. gedacht war es ja als regelmäßiger kontakt mit anderen kindern, was ich für sehr wichtig halte. außerdem ist auch schön sich mit anderen müttern auzutauschen, denn die wissen meist wovon du sprichst und können probleme eher nachvollziehen, als freundinnen ohne kinder.
für pe wurden diese treffen seitdem er in die krippe geht zu anstrengend. am anfang versuchte ich noch den kontakt zu den anderen kindern für ihn aufrecht zu halten, aber mit der zeit wurde mir klar, dass das ganze für ihn keinen sinn mehr macht. er hat kontakt zu kindern und das den ganzen tag. das ist für ihn so anstrengend, dass er um sechs uhr abends im bett liegt.
ich kann ihn nach der arbeit frühestens um halb drei holen. bis dahin schlafen die kinder. bis wir dann bei der jeweiligen mutter sind vergeht eine stunde. dort trifft er auf kinder, die ganz aufgekratzt sind, weil sie andere kinder treffen (keine der mütter geht bisher wieder arbeiten).
das war früher schon so heftig für ihn, dass er bei jedem treffen immer mindestens für ein bis zwei stunden schlafen gelegt werden mußte. in letzter zeit weinte er bei den treffen viel und wollte nur noch auf meinem arm sein. auch für mich war nichts entspanntes mehr daran und deswegen hab ich unsere runde jetzt verlassen. gut für pe, ok für mich, aber er geht vor.
was ich eigentlich schreiben wollte war, dass sich meine ansichten seitdem ich wieder arbeiten gehe geändert haben. wenn ich einige der mütter jetzt treffe und höre worüber sie sich unterhalten merke ich, dass ich meilenweit von ihnen entfernt bin. ganz oft muß ich in diskussionen über das verhalten der ehemänner, deren seite einnehmen, weil ich die im gegensatz zu sechs monaten vorher besser verstehen kann. auch pes garderobe ist mir seit einem halben jahr ziemlich unwichtig. was er braucht ist bequeme und nicht zu warme kleidung, denn im kindergarten ist gut geheizt. er hat zum beispiel seit einem halben jahr keinen pullover und keine “feste” hose mehr angehabt. jogging- oder strumpfhosen mit nem langärmeligen t-shirt sind ideal. wenn ich jetzt mal zufällig mit einer meiner mütterfreundinnen shoppen gehe wundere ich mich was alles an klamotten für das kind gekauft wird und mit welcher überzeugung erklärt wird, warum die dritte mütze gekauft werdem muss. “sie passt wirklich besser zu der winterjacke, als die anderen, die wiederum zu anderen winterjacken besser passen.” pe hat genau eine winterjacke.
beim lesen merke ich wie gemein und lästernd sich das anhört. das ist nicht so gemeint. ich merke nur, dass ich nicht mehr dazugehöre.

ein sonntag mit sonne

der erste gefühlte frühlingstag seit langer, langer zeit. blauer himmel, strahlend schön. statt rauszugehen und sofort das erste eis des jahres zu suchen bleiben wir drinnen.
dem sohn geht´s schlecht. nachdem er nun fieber- und beschwerdefrei war, dachten wir es wird ok sein eine essenseinladung anzunehmen. pe macht sowas immer sehr gut mit. wenn er nicht schon schläft, wenn wir ankommen, läßt er sich ohne probleme dort hinlegen. so sah es auch am anfang aus, dann spuckte er der gastgeberin sämtliche handtücher voll. sie hat gott sei dank mal auf der intensivstation gearbeitet und ist abgebrüht.
keiner weiß woran es lag. vielleicht waren es die vier löffel karottensuppe mit kokosmilch?
praktische eltern wie wir sind, hatten wir das söhnchen auch schon im schlafsack, damit er zuhause nur noch umgebettet werden muß. manchmal ist auch das ne schlechte idee. kann ja keiner ahnen, dass das ding danach ne auffällige gelbfärbung hat. wie übrigens auch der kinderwagen, fellsack, kinderwagenbezug. ich auch komplett, dank einer letzten spuckattacke in der u-bahn. zu hause wurd nur alles in die badewanne geschmissen, kind nochmal gesäubert und dann mit den zweiten schlafsack (gold wert!) gleich ins bett gebracht.
um fünf höre ich ihn weinen und lege mich mit ihm aufs sofa (in unserem bett will er nicht schlafen und warum es zur zeit das sofa ist, erzähle ich demnächst mal). schon beim rausheben aus dem bett denke ich mir, es riecht so verdächtig. was nun? das kind schläft schon wieder in meinen armen. wecken zum wickeln, damit er unter garantie für die nächsten fünf stunden wach ist oder ihn schlafen lassen, was er sehr nötig hat? ich entscheide mich für das zweite, kann ja lüften und das sofa war außerdem mit handtüchern ausgelegt, weil wir eh befürchteten dort zu landen.
wer jetzt denkt wie eklig, hat vielleicht noch keine kranken kinder. schlaf ist IMMER heilig und sollte nur im schlimmsten notfall gestört werden. außerdem ist alles situationsabhänging. wäre er wach gewesen hätte ich ihn gewaschen. natürlich!
so schliefen wir aber stinkend bis halb neun und erwachten bei sonnenschein und blauem himmel, den ich nur kurz beim brötchen holen ohne glasscheibe sehen durfte. eine halbe stunde in der bäckerschlange (es gibt nur einen geöffneten bäcker in der gegend) und der fröhliche waschtag zu hause konnte beginnen.

p.s. für alle die besorgt um das gute mobiliar sind, das sofa blieb sauber.

p.p.s. ein bis zum windelrand vollgekacktes kind wickelt man am besten im stehen, sollte es das schon können.
wenn nicht, dann auf keinen fall den body über den kopf ausziehen. ganz gemächlich am körper runter arbeiten, verhindert einiges. nicht alles, pe saß keine fünf minuten später in der badewanne.

die harte woche

endlich ist wochenende. ich hab diese woche so drauf gewartet. seit dem letzten wochenende hatte der sohn fieber. ich finde fieber vollkommen ok, deshalb gehe ich nicht zum arzt. als es aber am mittwoch nicht weg war bin ich doch hin. natürlich die quittung, beidseitige mittelohrentzündung. kein wunder das das kind nur getragen werden wollte, er konnte gar nicht laufen. jetzt hab ich natürlich ein schlechtes gewissen. wieder zu lange gewartet. beim letzten mal war´s dann ne lungenentzündung. tragischer weise gibt pe keine zeichen, wo ihm etwas weh tut. naja, man lernt dazu.
von montag bis mittwoch hatte ich meinen neuen gebärdensprachkurs der immer bis 20 uhr ging. nächste woche auch nochmal und dann ab märz wieder wöchentlich. so ein intensivkurs schlaucht ganz schön, bringt aber auch ne menge. gebärdensprache zu lernen ist so leicht oder schwer wie jede andere sprache auch. was viele nicht wissen ist, dass die sprache auch eine eigene grammatik hat und da hinterzusteigen ist nicht so einfach. ich habe beim neuen job viele gehörlose kollegen und besonders einer hat ein unglaubliches sprachnivea. eines meiner beruflichen ziele für diese jahr ist mit ihm smaltalk zu machen. reinen smaltalk, nichts zu spezielles, denn da komme ich dann nicht mehr mit. ein anderes ziel habe ich diese woche (wir haben februar!) schon erreicht. der höchste fortgeschrittenenkurs c1 wird stattfinden. es haben sich genügend leute dank werbung und nachfragen etc angemeldet. das kommt wohl nicht oft zustande und nun hab ich gleich noch ein ziel miteingeschoben, den nächsten c1 kurs im wintersemester auch voll zu kriegen.
die arbeit macht spaß. der anfang im november war ein bischen heftig. von ordentlicher einarbeitung konnte keine rede sein. blöde umstände, spontane kündigungen und wahnsinnig viel zu tun, so dass ich abends teilweise so fertig war, wie nach einem vollzeitjob. wenn man es genau nimmt bin ich auch voll beschäftig. ich arbeite von acht bis eins, was mir gut gefällt. ich bin ja eher ein frühaufsteher und will immer alles gleich erledigt haben. bevor ich den sohn aus der krippe abhole, habe ich zeit für sämtliche erledigungen und den haushalt. gott der haushalt, das hört sich schon so blöd an, aber ist nunmal nicht zu beschönigen. ein kind macht dreck, besonders in peters alter. alles was man nicht gleich schafft türmt sich ins unendliche und wird umso schlimmer, wenn das kind noch eine vorliebe für dreck und unordnung hat. ich bin besonders ordnungslieben und nenne das eine große herausforderung!
dann wir das kind geholt. und bitte niemals in eile, denn wir brauchen mindestens eine halbe stunde, bis er allen kindern im kindergarten tschüß oder ba ba gesagt hat. da muß noch dreimal der gang zur turnhalle raufgelaufen werden und sollte sie offen sein muß noch vorgeführt werden, wie heute dort getanzt wurde. mit zeitdruck ist da nichts zu gewinnen, also nehme ich mir für danach eigentlich nie was vor. wenn wir je aus dem haus kommen landen wir sowieso auf dem nächsten spielplatz. zu hause ist oft nicht mehr viel mit ihm anzufangen. bücher gehen aber immer. er ist ziemlich fertig nach so einem kindergartentag und müßte eigentlich spätestens um sechs im bett sein, was aber nie so recht klappt, weil er seinen vater auch gern noch sehen würde. sobald dieser dann da ist wird noch ein buch angeschaut und dann ist er wirklich streichfähig. ich bis dahin auch, denn was man immer unterschätzt ist die intensität so einer mutter kind beziehung. da gibts wenig pausen. man ist immer aktiv beschäftigt, besonders, wenn das kind nach einem für ihn auch anstrengenden tag sehr schmusebedürftig ist und zwar hunger hat, aber einen nicht gehen lassen will um ihm etwas zu machen. das bringt uns beide teilweise an unsere grenzen. sobald er dann im bett ist hat man auch mal wieder zeit für den anderen, der aber auch fertig von tag ist und genauso seine ruhe will. was mich zum nächsten zeil in diesem jahr bringt.
haha, nie habe ich neujahrsvorsätze aber im februar kommts dann doch raus. der ehemann und ich sind in erster linie eltern, kein paar. der mann wird das anders sehen. nach drei sätzen unter vier augen wird er mir aber sicher zustimmen. es ist einfach so. wir versuchen wie alle anderen auch mehr paar zu bleiben, aber es ist verdammt schwer. es geht gar nicht um diese kleinen streitereien die sich durch kinder immer ergeben. ich finde es viel schwieriger kraft zu finden auszugehen. wir sind beide grunderschöpft.
nächstes ziel also, nicht mehr nur zeit für jeden allein finden, sondern auch zeit für uns.
und nebenbei das finessstudio auch mal wieder besuchen.

zwitscher mit mir

es gibt da bestimmte blogger, die habe ich immer sehr gern gelesen. und nun haben die schluß gemacht und sind zum beispiel zu twitter abgewandert. deshalb und wirklich nur deshalb bin ich jetzt auch dort drüben zu finden. als frauniepi natürlich.

derzeit

der sohn lernt gerade unendlich viele dinge gleichzeitig, was ihm scheinbar sehr zu schaffen macht. er braucht viel aufmerksamkeit und ich ärgere mich immer wieder über mich selbst, weil ich so lange brache um mich darauf einzustellen.
die erste zeit ist geprägt von agressivität, flucht und erschöpfung. ein ständig heulendes kind bringt einen an den rand des wahnsinns und führt zu gedanken, die man seinem kind gegenüber nicht haben sollte. eigentlich niemandem gegenüber und jetzt sagt mir bloß nicht, ihr habt euch noch nie vorgestellt das kind einfach im hausflur liegen und brüllen zu lassen und schon mal nach oben zu gehen und den kaffee aufzusetzen! manchmal hole ich ihn mit absicht später aus der krippe, weil ich angst habe mit ihm allein zu sein. weil ich dann kaum mehr liebevoll und geduldig mit ihm umgehen kann gehen wir viel raus, trotz schnee und eiseskälte, besuchen freunde, retten uns auf indoor spielplätze. hauptsache wir sind beschäftigt oder ehrlicher, er ist beschäftigt, lächelt mal wieder und läßt mich in ruhe.
nach einer weile ergebe ich mich (warum immer erst nach einer weile?) und stelle mich auf ihn ein anstatt meine zeit vehement gegen ihn zu verteidigen und so machen wir zur zeit alles gemeinsam und zu hause.
die letzten wochen war ich nach feierabend sehr hausfrau und mutter. marmelade und gelee wurde kiloweise gekocht. sieht ja keiner, dass die früchte jeweils einmal vom kind angebissen wurden. wir kochen, backen, putzen, hauptsache wir machen es zusammen. immer groß sind mixer, staubsauger und die küchenwaage. schwierig wird´s, wenn man kaum noch teig zum backen übrig hat, weil der sohn das löffelablecken besser findet als alles andere. was ich immer im hinterkopf behalten muß ist, daß ich nichts schaffen will, sondern nur machen.
dinge, die geschafft werden müssen, werden aufgeschoben auf den abend oder das wochenende, wo sie sich türmen und zu anderen streitereien führen. ich sollte eine monatliche auszeit einführen. einen tag ohne verantwortung, das wäre das richtige.