pläne

ab morgen bin ich im fünften monat. der bauch sieht inzwischen angepaßt aus finde ich. seit dem zeitungsbericht, denkt man um mich herum allerdings das kind wäre eh gleich fällig. jetzt weiß ich auch, wer dieses magazin liest.
letzte woche war ich bei der hebammenberatung. dieses mal ist es mir sehr wichtig eine hebamme dabei zuhaben. die kosten dafür träg man in österreich selbst. eine wahlhebamme mit hausbesuchen vor und nach der geburt kostet hier ca 1000 euro. einen winzigen teil davon kann man von der krankenkasse erstattet bekommen.
als ich mit pe schwanger war ging es mir wunderbar. ich war völlig überzeugt davon, eine geburt zu meistern. dass es durch den notkaiserschnitt letztendlich gar nicht dazu kam hat mich sehr belastet. und das tut es noch immer. selbst zwei jahre danach habe ich das nicht verarbeitet. wenn man auf die frage der hebamme, ob die geburt glücklich verlaufen sei, spontan beginnt zu heulen, weiß man es ist zeit sich helfen zu lassen.
ich bin kein sensibler typ. ich bin eher sehr realistisch. es ist einfach ein fakt, dass selbst ich, mit meiner ziemlich robusten art eine traumatische geburt offensichtlich nicht allein verarbeiten kann.
ich will ohne diese belastung in die zweite geburt gehen, denn diesmal habe ich angst. nicht vor den schmerzen, denn die habe ich beim letzten mal kaum mitbekommen, sondern davor dem ganzen ausgeliefert zu sein. ich möchte jemanden (diesmal auch den herzmann bitte) dabei haben, der meine wünsche kennt und die kontrolle übernimmt, sollte ich dazu nicht mehr fähig sein. ich will, dass auch wenn es eine op wird, man mir das kind danach gibt. ich will es anfassen und halten können und nicht nach einem kurzen blick aufs kind eine stunde lang allein im aufwachraum rumliegen, als hätte ich nicht gerade einen sohn bekommen, sondern meinen blinddarm verloren. auch nach einem kaiserschnitt kann man normal gebären, ich möchte einfach sicher sein, dass sich neben mir und dem herzmann auch jemand vom personal dafür einsetzt, solange es machbar ist.
jetzt habe ich also zwei dinge vor mir. erstens tatsächlich endlich mal zu einer psychologischen beratung zu gehen, was mich einige überwindung kostet, denn ich weiß, dass es für mich ziemlich heftig wird, das ganze aufgestaute rauszulassen und zweitens eine passende hebamme zu finden. bei der wahl der hebamme kenne ich mich gar nicht aus. ist es ok, die erste zu nehmen, die man kennengelernt und sympathisch gefunden hat? worauf soll ich achten? ich treffe ja gern schnelle entscheidungen und mag nicht so lange rumgrübeln. ganz langsam lasse ich mich auch schon wieder von dieser übertriebenen panikmacherei anstecken. “wie, du hast noch keine klinik?” als ob das kind nur dann zur welt käme, wenn ich auch in einer klinik angemeldet bin!
naja, eins nach dem anderen. ich muß mal die norddeutsche in mir wieder hochholen. gemach, gemach!

7 thoughts on “pläne

  1. Tut mir leid, dass die erste Geburt nicht so gut verlaufen ist. Drücke dir die Daumen für eine schöne zweite :)
    1000€ für eine Hebamme? Das ist schon heftig. :/ Leider kann ich dir zur Hebammensuche keine Hilfe leisten, da noch selbst ohne Kinder.

    Ich find’s gut, dass du zur psychologischen Beratung gehst um über das Erlebte mal zu sprechen. Ich hoffe es wird für dich eine gute Erfahrung werden und dir Kraft für die zweite Geburt geben!

    :)

  2. Liebe Frau Niepi,

    immer mal wieder schaue ich hier vorbei, denn ich bin ja auch Norddeutsche und in Wien gelandet.
    Ich kann die Angst, nach so einer traumatischen Geburt sehr gut verstehen, auch wenn ich es selbst nicht erlebt habe. Denn ich hatte eine ganz tolle Hebamme, die ich gerne empfehlen will. Sie heißt Wilma Reichenberger. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Tanja Kops entbindet sie im Göttlichen Heiland. Über das KH kann ich nicht viel sagen, da ich ambulant entbunden habe, aber ich fühlte mich gut aufgehoben.
    Bei mir hat die Geburt über 20 Stunden gedauert und der Gynäkologe wollte schon einen Kaiserschnitt machen, aber Wilma und ich haben uns dagegen gestemmt – mit Erfolg.
    Meine Email ist ja bekannt, falls es Fragen gibt. Wilmas Website ist wienerhebamme.at. Sie war einfach toll und beim nächsten Mal ist sie (oder ihre Kollegin) auf jeden Fall wieder dabei.
    Ich wünsche alles Gute, dieses Mal wird bestimmt alles gut gehen!
    Liebe Grüße
    Nina

  3. Deine Geburtserfahrung bei/mit Pe berührt mich sehr. Ich habe bekanntermaßen zwar noch kein Kind zur Welt gebracht und habe demnach kein traumatisches Geburtserlebnis zu bewältigen, aber mich haben andere Dinge sehr belastet, die ich vor der Geburt einfach aufarbeiten musste.
    Ich mag ein gänzlich anderer Typ sein als du (was ich aus deiner Selbstbeschreibung herauslese), finde also bestimmt andere Dinge hilfreich bei der Bewältigung von Problemen. Deshalb bin ich mit Tipps (vor allem ungefragt) vorsichtig. Ich möchte zum Thema Geburtsvorbereitung & Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen jedoch mit dir teilen, dass mir persönlich Cranio Sacrale Therapie gut geholfen hat.
    Auf der Suche nach einer guten Infoseite für dich über diese Methode bin ich auf diese hier gestossen: http://www.iriskoppelent.at/cst_geburt.html Ist zufällig eine Therapeutin in Wien. Vielleicht kannst du damit ja etwas anfangen.

  4. Zu den Hebammenkosten. Ich habe ja eine Hebi mit Kassenvertrag – ist also von den Kosten her etwas gänzlich anderes als bei einer Wahlhebamme. Dennoch weiß ich, dass man von der Krankenkasse 80% vom Honorar einer Wahlhebamme zurückerstattet bekommt. Deshalb wundern mich die 1000,- Euro etwas. Diese Seite kennst du, oder? http://www.hebammen.at/kk_tarife.php

    Gratuliere übrigens zum Beginn des 5. Monats! Ich bin seit heute in der 40.SSW. :)

  5. @m: werd mal sehen, aber tut sicher gut.

    @nina: danke für den tip. ich hab damals im göttlichen heiland entbunden. sie sind dort nicht schlecht, ich weiß nur nicht, ob ich nach meiner erfahrung nochmal hin will. es wird sicher auch von der hebamme abhängen, wohin ich letztendlich gehe.

    @ katzenklappe: ich hab deinen kommentar geteilt. daran lag es offensichtlich. eine hebamme mit kassenvertrag gibt es wien fast kaum noch. hat man mich schon bei der ersten schwangerschaft drauf hingewiesen. die von der krankenkasse erstatteten kosten beziehen sich nur auf bestimmte leistungen und auch dann nur, wenn du ambulant entbunden hast oder vorzeitig entlassen wurdest. bleibst du ganz normal im krankenhaus zahlst du selbst. alles andere wie ihr honorar und die rufbereitschaft zahlen wir. das beläuft sich je nach dem auf 800 bis 1000 euro. hab auch schon 1500 € gelesen.
    ich hab natürlich auch nichts dagegen eine hebamme MIT kassenvertrag zu finden :)
    cranio sacrale hat mir nach pes geburt gut geholfen. ich hätte damals (wie ich jetzt weiß) nur weitermachen sollen. ich war einfach froh, dass alles besser wurde.

  6. Ich habe die erstbeste hebamme genommen, die im Geburtshaus der Wahl zur Verfügung stand und es war wunderbar, da diese frau fest auf der Erde stand ohne zu robust oder zu vereinnahmend zu sein. Sie hatte eine einfülsame direkte Art und sie passte zu uns und den Kindern, warum also nicht mal die Erste nehmen, wenn sie zu einem passt.
    Auf grund der Größe der Kinder musste ich immer in ein KH zum entbinden und diese Hebamme konnte dort nicht mit. Bei der 1. Geburt war es ein Kaiserschnitt, da Conrad nicht dahin kam wo er sollte und Johann habe ich natürlich entbunden. Zum Glück war an dem Tag so wenig los, das die Hebamme die ganze Zeit und die Oberärztin fast die Hälfte der Geburt dabei war. Eigentlich hatte ich mit einer pta geliebäugelt, da ich wieder diese Hammerschmerzen erwartet hatte (1. Geburt war eingeleitet), aber die schmerzen beim 2 waren anders (schöner?). Aber ich bekam keine pta sondern, einmal was mich etwas wegdriften ließ und dann schmerzlindernde Mittel zum Ende in die S.lippen, was ich aber schon fast nicht mehr brauchte.

    ich fand es gut, dass ich zumindest wusste was ich nicht mag (gequatsche während der wehen, zu lange in der Badewanne bleiben, Masagen). Mach Dir doch ne Liste und überlege, was Du magst und was nicht, informiere Dich darüber wie man während der Geburt die Schmerzen lindern kann (es gibt nämlich nicht nur KS, PTA oder schmerzen). Geburtstvorbereitungskurs beim zweiten ist viel entspannter, da erstens ohne Partner und zweitens wissen alle worum es geht…
    Viel Glück und entpann dich

  7. Liebe Geli,
    nimm die erste Hebamme, die Du gut riechen kannst! Besser wirds mit einer größeren Auswahl auch bloß nicht. Wichtig ist vor allem, dass die Hebamme im besagten Zeitraum auch für Dich und Nr. 2 Zeit hat und nicht auf irgend einer Schulung oder im Urlaub rumhängt.

    Mir ging es jetzt mit Gustav ähnlich – bloß das mein Trauma das Thema Stillen war. Jetzt ist er 12 Tage alt, wird seit 2 Tagen voll gestillt und es läuft immer besser. Ohne vorherige intensive Gespräche mit der Hebamme (inklusive Tränen) und einem “Masterplan” hätte es sicherlich nicht so gut geklappt. (Gustav hat sich am Anfang genauso stillunwillig benommen wie Liv).

    Also: Ruhe bewahren, Schmerz von der Seele reden, keine Scheu haben und alles wird gut. In Deinem Bauch steckt ja jetzt außerdem nicht Peter sonder ein anderes Kind = Anderes Kind, andere Geburt!!!

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