vom suchen

seit einiger zeit schon bin ich auf der suche nach einer hebamme für die geburt von babyniepi 2. anders als in deutschland werden hier die kosten nur dann von der krankenkasse übernommen, wenn die hebamme einen vertrag mit der kasse hat. davon gibts in wien kaum noch jemanden.
nach den kaiserschnitterfahrungen bin ich gern bereit um die 800 euro für eine hebamme auszugeben, wenn ich nur eine finden würde. seit wochen wird mir (sehr schön) immer zu 90% zugesagt um mich dann ein bis zwei wochen später zu informieren, dass man es sich doch anders überlegt hat bzw. nicht klar war, dass ich die hebamme auch unter der geburt gern dabei haben will. zur nachbetreuung hätte ich fast alle zur auswahl.
ich rufe inzwischen bei allen an und mittlerweile muß ich mir auch leise vorwürfe anhören, dass ich doch schon so spät dran sei. gut, mag sein. man hat bei kind 2 andere dinge zu tun. kind 1 zum beispiel, eventuell auch mit dem job und der familie allgemein.
generell nervt mich die unglaubliche hetzerei der ärzte und kliniken, als wäre österreich das land mit der höchsten geburtenrate. in sämtlichen kliniken hat man nur die chance auf eine anmeldung zur geburt, wenn man vor der 13. woche vorbeikommt. 13. woche! bei kind 1 hatte ich den positiven test in woche 16 in der hand.
blöd war eben auch, dass mir alle hebammen sagten, wenn sie meine betreuung übernehmen, wäre es kein problem einen platz in der jeweiligen klinik zu bekommen. bei kind 3 weiß ich dann wirklich über alles bescheid.
gestern wieder eine absage, heute wieder ein kleines vielleicht einer hebamme. morgen beim telefonat (oder in einer woche) kommt dann sicher wieder die absage darauf.
eine weile verfolgte mich auch das thema hausgeburt ganz stark. vor kind 1 hätte ich es mir nicht vorstellen können mein kind zu hause zu bekommen, aber nach der schlechten erfahrung mit den kaiserschnitt hat sich das geändert. es lag ganz sicher auch an den wunderbaren erfahrungen im bloggerumkreis. zu einer hausgeburt nach einem kaiserschnitt sind hier zur zeit allerdings die wenigsten hebammen bereit und die, die wollten, haben keine zeit.
tausend fragen tun sich bei so einer geburt auf. man sollte meinen, wenn man schon ein kind hat ist das alles nicht mehr so kompliziert. das problem ist nur, dass ich zwar ein kind habe, aber keine geburt hatte. komische ausgangslage. nach dem kaiserschnitt hab ich ewig schuldgefühle mit mir rumgeschleppt. als ich dachte, ich hätte es verarbeitet wurde ich schwanger um dann festzustellen, dass gar nichts aufgearbeitet ist. mit der belastung wollte ich in keine zweite geburt gehen, also war ich im hebammenzentrum zur beratung. das ganze dilemma mal mit einer hebamme und einer psychologin zu besprechen war unglaublich hilfreich. natürlich kenne ich etliche mütter, die nach einer kaiserschnittgeburt unglücklich waren, aber es ist schon was anderes für mich gewesen, das bestimmte dinge gezielt angesprochen und geklärt wurden. ich kann so eine aufarbeitung wirklich sehr empfehlen, sollte die eine oder andere mutter mit dem erlebten schlecht zurecht kommen.
was bleibt mir also nun? ich suche weiter nach einer hebamme, ganz klar und stelle für mich richtlinien auf. ich will, dass man mich nicht automatisch als zweiten kaiserschnitt sieht, nur weil ich bereits eine narbe habe. ich will soweit es geht keine wehenfördernden oder schmerzstillenden mittel. ich will in ruhe gelassen werden und keinen zeitdruck haben. ich will danach mit mann und kind nach hause gehen.
sollte es ein zweiter kaiserschnitt werden will ich, dass man mich und den ehemann ordentlich darüber informiert, was gleich geschehen wird und ich will nicht, dass man ihn wie beim letzten mal vor der tür stehen läßt. wenn alles in ordnung ist will ich mein kind und zwar sofort und nicht erst nach einer stunde allein in einem aufwachraum.
und ich will eine hebamme, die sich für all das einsetzt. bitte!

4 thoughts on “vom suchen

  1. Spannendes Thema, aber auch in Deutschland wäre, denke ich, keine Hebamme bereit nach einem Kaiserschnitt eine Hausgeburt zu machen. Zumindest hat mir meine liebste Hebamme gesagt, dass eine Geburtshausgeburt aufgrund des Kaiserschnittes nicht in Frage käme, nach HG hatte ich nicht gefragt. Es liegt einfach daran, dass der KS ja nicht ohne Grund war und da dieser Grund ja nun unter der Geburt wieder eintreten könnte besteht die Gefahr eines weiteren KS und diesem Risiko will sich dann keiner bewusst aussetzen, was ich auch verstehen kann. Was ich nicht verstehen kann ist diese Hebammensuche, es muss doch welche geben oder? Auf jeden fall wünsche ich Dir viel Glück und Geduld dazu.

  2. Wow, dieser Terminwahnsinn in den Kliniken da oben ist echt unglaublich. In der 13. SSW?!? Hier wiederum werden im größten Krankenhaus des Landes Geburtsanmeldungen erst ab der 36. SSW angenommen. Wie auch immer…
    Egal wie und wo du schlussendlich entbindest: Ich wünsche dir von Herzen, dass es dir gut damit geht und du die Geburt von Kind2 als schöne Erinnerung behalten kannst. I keep my fingers crossed, was die Hebamme angeht!!!

  3. Als ich Deinen Text las, hatte ich ziemlich wenig Verständnis für das Verhalten der Hebammen. Angesichts rückläufiger Geburtenraten müssten sich diese doch eigentlich um Aufträge reißen. Im Hinblick auf den vorangegangenen Kaiserschnitt habe ich allerdings doch etwas Verständnis dafür. Ich weiß aber nicht, ob sich daraus groß was ableiten lässt. Wir hatten zwei ziemlich problemlose und schnelle “normale” Geburten, bevor es bei Patrick zum Kaiserschnitt kam, der medizinisch dringend geboten war.

  4. @corinn: ich würde das auch nicht leichtfertig machen und verstehe natürlich die gründe, wenn hebammen eine hausgeburt nach kaiserschnitt ablehnen. mich stört eben nur, dass so viele nicht mal dazu bereit waren mit mir darüber zu sprechen, geschweige denn sich die umstände von damals anzuschauen. wenn man das also wirklich will, muß man unglaubliche überzeugungskraft und gute argumente dafür haben.

    @katzenklappe: es ist wirklich lächerlich. ich hab keine klinik gefunden, die mir gesagt hat: “kein problem. kommse vorbei und melden sich an.” ein riesegetue um alles. ich darf gar nicht erzählen, dass wir keine untersuchungen am kind machen lassen. alles wird hier gleich als fahrlässig hingestellt. und das mit der zweiten geburt… danke, das wünsche ich mir auch.

    @ingolf: ich glaub ich hab mich tatsächlich einfach sehr spät um eine hebamme gekümmert. scheinbar ist es wirklich so schwierig jemanden zu finden, wenn man sich spät entscheidet. dennoch fand ich das verhalten mancher hebammen unprofessionell. jemandem nach ein/zwei wochen wieder abzusagen ist halt blöd. verschwendete zeit für mich. scheinbar muß es aber auch in dem berufsstand ein paar schwarze schafe geben.

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