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Sonntagmorgen

meine familie ist überraschend zu besuch. das tut uns allen so unendlich gut. es lenkt nicht nur von den letzten traurigen ereignissen ab, sondern gibt uns eltern auch eine lang ersehnte verschnaufpause.

so lange die kinder also nicht im haus sind, verpacke ich weihnachtsgeschenke. im letzten jahr kauften wir alles gebraucht. das bot sich einfach an. dieses jahr fuhren wir in einen großen spielzeugmarkt und ich muss es leider zugeben, ich bin ob der fülle an dingen, die ich toll fand, völlig unzurechnungsfähig geworden. nun gut, freut sich die wirtschaft.

meine familie ist recht groß und so kommen neben unseren geschenken noch die der verwandten dazu. vielleicht sortiere ich aber noch einiges für später weg. jetzt muss ich erstmal sichten und gerecht aufteilen. 

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Erkenntnis des Tages

Wie verzückt die Söhne aussehen, wenn sie in die Badewanne steigen und erstmal selig rein.pin.keln.

es gibt zeiten

es gibt zeiten, da möchte ich das kind nur noch niederbrüllen. wenn er wie ein angestochener durch die wohnung rennt, kein nein akzeptiert, jede meiner grenzen minütlich mit einem eckelhaften grinsen weit überschreitet. dann weiß ich nicht mehr weiter. dann möchte ich ihn schütteln damit er zur vernunft kommt. dann hasse ich ihn und möchte nicht mehr seine mutter sein.
es gibt zeiten, da möchte ich das kind nur noch umarmen und an mich drücken. wenn er sich neue spielregeln für uno ausdenkt, zombies malt und mir aufgeregt erzählt, daß sie zu seiner rettung eilen, sollte ihn ein monster bedrohen. er sich an mich kuschelt und mir sagt, ich sei die beste mama. dann möchte ich ihn küssen. singen vor lauter glück, daß er mein kind ist. dann liebe ich ihn und schäme mich unendlich, je schlecht über ihn zu denken.

überzuckert

am 14. november war welt diabetes tag. da wußten wir seit einer woche, dass die zuckerwerte des ehemannes viel zu hoch sind und er mit 35 jahren diabetes hat. eine woche voller untersuchungen, gespräche und sorgen liegt hinter uns. bisher konnte noch nicht ganz geklärt werden welchen typ diabetes er hat, aber alle sind froh, dass er sehr gut mit den vielen messungen und dem insulin zurechtkommt.
welch eine ironie. die dicke ehefrau hat beste zuckerwerte, aber der dünne ehemann nun diabetes.
wir verheimlichen nichts vor den söhnen. S2 fragt nach und beobachtet genau, was sein vater da macht und S1 hat sich sogar (sein vorschlag) stechen lassen, um seinen blutzucker zu messen. fürs erste stehen viele weitere kontrollen an, damit gesichert ist, daß der wert sich langfristig verbessert und so wahnsinnig umstellen müssen wir unsere ernährung auch nicht. regelmäßige, gesunde und meist zuckerfreie mahlzeiten sind nun erstmal (neben dem insulin) das wichtigste. irgendwann war ich erleichtert darüber. es gibt sehr viel schlimmeres.

Transient

einmal noch

wenn ich den anfang fände, wäre der rest kein problem rede ich mir ein. nur wann fing es an? wann wurde es wieder schlimmer zwei jahre nach dem gewonnenen kampf ums aufstehen und weitermachen? ich weiß es nicht mehr. nur, dass alles wieder kam und ich wieder kämpfe, weil nicht nur ich darunter leide.
es ist schon merkwürdig wie dieses medikament funktioniert. ich bin jetzt die gelassenheit in person. jede situation, die mich noch vor einiger zeit zum explodieren brachte, plätschert unbeachtet an mir vorbei. ich kann sogar in mich reinkichern, weil es so albern ist, sich darüber jemals aufgeregt zu haben. warum kann ich das nicht sonst auch fühlen? wieso brauche ich dafür diese kleine tablette am abend?
sie macht, dass etwas in mir verschlossen wird, so dass das geschrei, gebrüll und gezanke der kinder nicht mehr zu dem ort durchdringt, der mich neulich noch zur flucht veranlasste, um die kinder nicht in gefahr zu bringen. alles steht in frage, aber ich antworte so gut ich kann.

erkenntnis des tages

der sommer ist zurück in wien und das garantiert nur, weil ich den söhnen neue gummistiefel kaufte. gern geschehen.