heute in wien

heute bin ich dankbar. für mein leben in wien und auch dafür, dass unser kind hier geboren werde konnte.
ich bin glücklich, dass mir und so vielen anderen heute vor 20 jahren der weg dafür geebnet wurde.

nun ja

was soll ich sagen? die wahlergebnisse sind katastrophal.

und erzählt mir nichts von wutwählern. jeder halbwegs vernünftig denkende mensch wählt aus verdrossenheit oder protest sicher keine dummschwätzigen, fremdenfeindlichen und angstschürenden parteien.

laßt gut sein mit den überlegungen österreicher, ihr müßt es euch eingestehen. das volk will das original haider und sein abziehbild hc strache.

es ist beängstigend.

dürfen wir bleiben?

ich bin leicht beunruhigt. als deutsche in österreich hat man nicht immer spaß, aber man findet mittel (entwaffnende freundlichkeit) damit umzugehen.
heute wird nun gewählt. seit wochen schon empfangen mich schlachtrufe wie: “österreich den österreichern! deinetwegen.” oder “herr im eigenen haus bleiben” und ich weiß nicht wen ich als schlimmer empfinde. herrn strache, der von sich behauptet zu sagen, was österreich denkt oder “das original” jörg haider, der deinetwegen, so du denn österreicher bist, das land vor leuten wie mir schützen will.
mein winziges aber gefährliches kind ist ausserdem schuld an allem übel deshalb “unser land für unsere kinder”

zurück sein

und dann ist man von einem moment auf den anderen wieder allein. der ehemann bei der arbeit, die eltern samt großer schwester auf dem weg richtung deutschland und ich bleibe zurück in wien am ersten wirklichen tag im mutterschutz. da bin ich nun angekommen. erschreckt erkenne ich, was noch zu tun ist und bin fassungslos, weil ich dafür tatsächlich zeit habe.
ich beginne die neue zeitrechnung ohne stress und noch mit verheultem gesicht, weil man letztendlich doch immer gern einen gelassenen vater, eine beruhigende mutter und eine helfende schwester um sich hätte.
ausserdem fehlen mir jetzt die romméverbündeten.

fehlinformation deluxe

ein immer wiederkehrendes problem mit wiener instituten und behörden ist die weitergabe von falschen informationen. aktuellstes beispiel:

1. info: bei der klinikbesichtigung sagt man uns wir sollten telefonisch einen termin um uns zur entbindung anzumelden ausmachen. als ich anrufe sagt man mir …

2. info: ein termin sein nicht nötig. ich könne jeden tag von 9 bis 17 uhr einfach vorbei kommen.

das tue ich. ich komme kurz vor vier an und frage an der information des krankenhauses wohin ich soll. der servicemann meint ich sei spät dran und sagt …

3. info: man könne sich heute nur bis vier anmelden. gut, ich probiers trotzdem und renne zur anmeldung. die hebamme am schalter lacht sich halb tot.

4. info: anmelden könne man sich überhaupt nur von 8:30 bis 12:30 uhr, sagt sie. woher ich denn bitte meine informationen hätte?

vorfreude

ungefähr jetzt trifft meinen kollegen der schlag und er beginnt hasstiraden über mich auszustoßen. ich hab gestern das lager aufgeräumt, was eigentlich mal seine aufgabe war, er aber wohl seit monaten vergessen hat. ich war das über kisten hüpfen einfach leid und außerdem kann ich das nicht mehr so wie früher, als ich noch eine gazelle war.
gerade jetzt wird er sich einreden, dass ihm diese aufgabe unglaublich wichtig gewesen wäre und nun fühlt er sich über- und hintergangen. leider treffe ich gleich auf ihn und muß ihn noch bis zwei uhr ertragen. das wird schön, ich bin ein schlechter mensch.

nachtrag: er strafte mich den halben tag mit mißachtung. er hat nicht mal gefragt, wer überhaupt oder ob ich das gewesen wäre. seitdem höre ich von ihm nur noch: “ich finde ja nun nichts mehr!”

effizientes arbeiten

was mich ja an einem freien vormittag besonders stört sind die werbe- oder umfragenanrufe. ich bin inzwischen dazu übergegangen jeden abzuwimmeln, der sich nicht mal die mühe macht unseren nachnamen richtig auszusprechen, natürlich nicht, ohne den anrufer vorher über die richtige aussprache belehrt zu haben.
meist geben die leute auf, wenn ich ihnen erkläre, dass die berliner nummer, die sie gerade gewählt haben nach wien weitergeleitet wurde und ich deshalb sowieso nicht ihre zielgruppe bin. die dame eben war besonders schnell. gleich nachdem ich sagte wir würden nicht niederasch heißen hat sie ohne ein wort zu sagen aufgelegt. konnte ich mir ja alles weiter sparen und zum wichtigen blogslesen zurückkehren.