glauben sie nicht wir könnten hellsehen!
es ist unlogisch anzunehmen, daß das auf dem tisch liegende gerät rein zufällig in ihrere sprache eingestellt ist und den ganzen tag nur darauf wartet gerade von ihnen mitgenommen zu werden. also vorsicht! dort könnte ebenso ein gerät liegen, daß wenige augenblicke zuvor von einem japaner abgelegt wurde.
und bitte, lieber besucher, es ist vollkommen unnötig mir, (wenn ich sie darauf aufmerksam mache, daß sie mir vielleicht ihre sprache sagen sollten, damit ich sie auf dem gerät einstellen kann) dann drei zentimeter vor meinem gesicht entgegen zu brüllen, ich solle ihnen nicht so blöde kommen, sie wären schließlich kein anfänger in berlin. damit das mal klar ist: ich will ihnen nichts böses! vergessen wir mal das nicht-ansehen, das nicht-grüßen und das nicht-respektieren, ich weiß, ich erwarte da ein wenig viel, aber glauben sie mir, sie werden nicht glücklich mit einer sprache, die sie nicht sprechen.
Category Archives: menschen im museum
tipps für den museumsbesuch
wenn sie eine audioführung haben möchten dann sagen sie es. wir lieben ganze sätze, aber auch schon wortgruppen wie: eine führung auf deutsch. lassen unser herz hüpfen. kommt vorher noch ein guten tag und hinten dran ein bitte fallen wir vor freude fast in ohnmacht!
das bodemuseum
seit zwanzig minuten ist das bodemuseum wieder geöffnet. heute und morgen ist freier eintritt und wir haben bis 20 uhr geöffnet. ab sonntag dann durchgehend jeden tag von 10 bis 18 uhr und donnerstags bis 22 uhr. dann gibt es keinen ruhetag mehr auf der museumsinsel. das einzige museum, das nicht mitzieht ist die alte nationalgalerie. sie bleibt auch weiterhin montags geschlossen. mache mich dann nachher mal auf den weg zur neuen arbeitsstätte. bin sehr gespannt. nicht auf die kunst, die soll ziemlich langweilig sein. ich sag nur: münzen! aber das haus soll wunderschön geworden sein.
nachtrag: rentner über rentner. die armen mitarbeiter in der kindergalerie. ich glaube sie haben den ganzen tag über gerade mal ein kind zu sehen bekommen. das haus ist wirklich schön geworden. mir gefallen sogar einige ausstellungstücke. die wartezeit betrug heute drei stunden. meiner meinung nach, kann man auch gut noch drei monate warten bis sich die lage beruhigt hat und dann erst reingehen. aufregung des tages waren zwei gefallene damen (oh, was für ein spühender wortwitz) die direkt von sanitätern abgeholt werden mußten. das haus ist sehr treppenlastig.
menschen im museum
ich bin studentin, arbeite aber die meiste zeit im museum um über die runden zu kommen. meine aufgabe dort ist es den leuten eine audioführung zu geben, sofern sie diese denn wollen. in den meisten staatlichen museen hier in berlin ist die führung kostenlos, nur in sonderausstellungen wir ein preis dafür verlangt.
um hier gleich mal das größte mißverständnis überhapt auszuräumen: audioführungen sind nicht die übersetzungen der texte an den wänden. es sind hinweise und erläuterungen zu den ausstellungstücken und deshalb auch für deutsche nützlich. ich weiß nicht wie oft ich am tag den satz höre: ich kann deutsch und brauche das deshalb nicht! nun gut, wir kennen das schon, denn spätestens wenn die leute drinnen sehen, daß jeder zweite eins hat kommen sie zurück und wollen auch ein gerät.
menschen im museum verhalten sich oft sonderbar. man hat ziemlich schnell verhaltensweisen der einzelnen nationen raus. gleich mal ein beispiel zu den deutschen. ich kann es ja ohne schlechtes gewissen schreiben, denn ich bin ja eine von ihnen. sie wirken leider oft döschig. ist klar, was gemeint ist? meist stehen sie vor mir und und starren mich erwartungsvoll an, aber sagen kein wort. kein gruß, nichts! ich kann das spiel ne ganze weile mitmachen, muß aber nicht sein, schließlich warten noch andere besucher darauf, daß sie rankommen. ich grüße also und frage welche sprache sie möchten (manchmal kann ja auch ich mich irren und sie sind gar keine deutschen). es kommt nichts als ein diesmal erschrockenes starren! oh gott, oh gott, sie will was von mir!
ich versuche das ganze noch mal auf englisch: hello! what language would you like?
eine regung auf der anderen seite des tresens, man sieht förmlich die verwirrung, als dann endlich ein hingerotztes: wir sprechen deutsch! kommt, als wäre es schon unerhört, daß ich überhaupt fragen mußte. gut, ich frage mich inzwischen nicht mehr, warum man, wenn man deutsch spricht dann nicht auf eine simple frage antworten kann. es scheint in der natur des deutschen zu liegen. jemand erzählte mir mal, daß das das tschechische nemez (deutsch) bedeutet: der, der nicht spricht. ich weiß nicht ob das stimmt, falls sich jemand auskennt bitte in die kommentare. auf jeden fall wäre es sehr passend.
genauso habe ich mich mit vielen anderen unverständlichen dingen, die menschen im museum machen abgefunden. für euch habe ich aber eine neue kategorie eingerichtet in der ich darüber berichte. bitte lest und beherzigt, wenn ein profi schon tipps gibt.